Nachhaltig leben im Alltag

In diesem Forum soll es um Termine für Stammtische und Veranstaltungen-Stammtische, um Informationen zu Änderungen auf der Webseite des Celtoi e. V. und andere interessante Aktionen und Projekte gehen.
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Re: Nachhaltig leben im Alltag

Beitragvon Sucher » Mi 5. Aug 2015, 13:49

Ich denke, wir dürfen Skepsis und Resigantion nicht durcheinanderbringen.

Die individuelle Entscheidung bleibt vor diesem Hintergrund erhalten. Und die ist eben individuell.
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Re: Nachhaltig leben im Alltag

Beitragvon Sirona » Mi 5. Aug 2015, 14:59

Von daher ist Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit immer nur das Pflaster für das eigene Gewissen. Es ist eben nicht mehr möglich, wirklich nur von regionalen, umweltschonenden, gerecht bezahlten Dingen zu leben. Soll ja nicht heissen, daß der Versuch schlecht ist. Aber die vermüllten Inseln im Ozean und die verseuchten Flüsse in Südamerika ,den zerstörten Regenwald und die "Endlager" vom Atommüll bringt das nicht in Ordnung.


Vllt noch kurz dazu was. Mein Heimatfluss war auch bis Mitte der Neunziger verseucht und ist auf Initiative von Umweltschutzverbänden heute wieder ein Gewässer in dem gebadet werden kann, sich der Fischbestand erholt hat usw. Auch in Südamerika und weltweit gibt es Initiativen vor Ort und es entwickeln sich ,das ist finde ich die positive Kehrseite von Globalisierung, immer mehr weltweite miteinander kooperierende Netzwerke. Alles einzelne Personen, die sich zusammengeschlossen haben, politische Wege nutzen und vorallem dran bleiben. Dabei haben es die einen sehr viel schwerer und die anderen schon leichter etwas zu erreichen. Ich glaube es ist neben der Vision, das dranbleiben und sich durchbeißen, das so wichtig ist und gleichzeitig so schwierig.
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Re: Nachhaltig leben im Alltag

Beitragvon Sucher » Mi 5. Aug 2015, 15:11

Einen weiteren positiven Aspekt hat das "Dranbleiben" ebenfalls: Du kannst Deine Würde wahren und Du gibst Dich nicht auf. Das halte ich für wichtig.
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Re: Nachhaltig leben im Alltag

Beitragvon Sedocoinios » Mi 5. Aug 2015, 22:59

Das ist ,denke ich, ein sehr guter Punkt sucher..."dran bleiben"... und Sironas Erwähnung der Umweltinitiative ist auch ein guter Punkt.

Also , es GIBT definitiv noch Dinge für die es sich lohnt sich zu engagieren und im kleinen etwas zur Verbesserung des ganzen oder zumindest zur Milderung von Leid beizutragen. Ich glaube nicht daß Ethikbanken, Konsumentendemokratie und Vegane ernährung dazu gehören, aber andere Möglichkeiten sollte es schon geben. Die Gewerkschaften haben z.B. keine Abschaffung der Privaten Produktionsmittel erreicht, aber immerhin in vielen Ländern bessere Löhne und Arbeitszeiten und Abschaffung der Kinderarbeit durchgesetzt, und das haben sie durch Protest, streit und demokratisches Engagement geschschafft, besser als jede verlogene Diktatur die sich je sozialistisch genannt hat. Soetwas muss weitergeführt werden... es gibt noch zu viele Länder auf der Welt wo Menschen unter unmenschlichen Bedingungen leben müssen und auch bei uns ist noch viel zu tun.. es ist erst ein sehr kleiner Schritt getan bei einer von vielen Fragen die die gesamte Welt betreffen...

genauso gibt es bestimmt noch immer sinnvolle Umweltschutzprojekte die evtl. uns noch einige Generationen den Arsch retten könnten..
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Re: Nachhaltig leben im Alltag

Beitragvon Sucher » Do 6. Aug 2015, 09:07

Für den Beitrag danke ich Dir sehr, Samonios. Da hast Du viele gute Sachen angesprochen.
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Re: Nachhaltig leben im Alltag

Beitragvon Vailos » Sa 8. Aug 2015, 17:49

Werdandi hat geschrieben:Von daher ist Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit immer nur das Pflaster für das eigene Gewissen.


Wenn man Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit rein als eine Gewissensfrage betrachtet - ja.
Wenn man jedoch diese Fragen als Notwendigkeit wahrnimmt - nein.

Der Punkt ist ganz einfach: Wenn überhaupt nichts unternommen wird, wenn die Verbraucher weiter so machen, wird sich nichts verändern, sondern eher verschlimmern. Wenn sie jedoch ein bisserl Druck machen, und mal zur Abwechslung die Konsumgütererzeuger durch ihr Kaufverhalten beeinflussen anstatt immer andersherum, so hat man wenigstens eine Chance auf mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Die Konsumgüterproduzenten biedern sich ja nicht umsonst beim Verbraucher mit immer mehr Bio-, Regional- und Nachhaltigkeitsprodukten an. Sicher ist da noch jede Menge Etikettenschwindel und Geldmacherei dabei - aber dennoch ist es ein Schritt in die richtige Richtung.

Hühnchenfleisch ohne Antibiotika, Spanplatten ohne Formaldehyd und Gemüse ohne DDT sind definitiv ein Fortschritt.

Werdandi hat geschrieben:Es ist eben nicht mehr möglich, wirklich nur von regionalen, umweltschonenden, gerecht bezahlten Dingen zu leben.


Doch. Ist es. Vor dem 20. Jh. hat man das ja schließlich auch getan.

Wir sind nur alle (ich schließe mich ausdrücklich mit ein) so dermaßen in dem Verfügbarkeitsgedanken und der Konsumorientiertheit gefangen, dass es uns schwerfällt, sich etwas anderes vorzustellen.

Zudem haben sich unsere finanziellen Rahmenbedingungen geändert. Unsere durchschnittlichen Lebensmittelkosten belaufen sich heute auf 11%. Anfang 1900 waren es im Schnitt 75%.

Wo also bleibt das Geld? Bei Wohnung, Energie, Fahrzeug, Versicherungen, Steuern.

Und zu einem sehr beträchtlichem Anteil (28,5%) im Schnitt an nicht nachhaltigen Konsumgütern. Möbel, die aufgrund ihrer Qualität nach ein paar Jahren weggeworfen werden müssen; Kleidung, die alle 2 Jahre ausgewechselt wird; Elektroküchengeräte, die kein Mensch braucht; die Tonnen an Plastikblumentöpfen und Gartengedödel aus den Gartencentern, und, und und.... Man muss einfach mal mit sehr kritischem Blick in seine Wohnung, bzw Keller und Speicher schauen.

Es wird oft angeführt, dass es Menschen mit kleinem Geldbeutel unmöglich ist, sie umweltgerecht, nachhaltig und regional zu ernähren. Das ist ein Irrtum. Tatsächlich ist regionale und nachhaltige Ernährung nicht unbedingt teurer als Discountware. Das Problem besteht eher darin, dass man für eine alternative Schmalbeutelernährung großes Engagement aufbringen und auf nichtsaisonales Essen eher verzichten muss.

Es will halt heutzutage keiner mehr die ganze Woche wie die Holzfäller im Schwarzwald Gerstenbrei mit Kräutern und Käse essen. Die Abwechslung jedoch kostet deutlich mehr Geld. Es hat sich noch nicht herumgesprochen, dass Orangen, Bananen und immer frische Äpfel hierzulande eigentlich Luxus sind.

Werdandi hat geschrieben:Aber die vermüllten Inseln im Ozean und die verseuchten Flüsse in Südamerika ,den zerstörten Regenwald und die "Endlager" vom Atommüll bringt das nicht in Ordnung.


Ozeane und Flüsse reinigen sich selber. Man muss nur einfach keinen neuen Dreck einleiten, dann löst sich das Problem von alleine.
Atommüll, Klima und Regenwälder können wir nicht reparieren. Mit vielen Sachen müssen wir leben. Aber wir können die Verschlimmerungen aufhalten.


Insgesamt kann ich nur sagen: Ja, es ist nicht leicht. Ich sehe es an mir selber.

Es fällt einem aber etwas leichter, wenn man das Umschwenken nicht als Druck empfindet und versucht, sich ein Ökosaubermannimage aufzubauen. Da entsteht schnell die übliche Doppelmoral, die im Grunde völlig kontraproduktiv ist.

Ich halte es für gut, wenn man sich gegenseitig zum Nachdenken anregt, mit Alternativvorschlägen inspiriert und somit gemeinsam ein anderes Verhalten trainiert. Und vor allem die Genüsse des Alternativen gemeinsam entdeckt.

Ein schönes Beispiel gibt uns ein ehemaliges, wohlbekanntes Mitglied dieses Forums, welches sich persönlich zum strikten Veganismus bekennt. Anfangs hatten wir noch heftigen Streit. Ich werde nun einmal etwas bockig, wenn mir einer meine Spiritualität abspricht, weil mir seiner Meinung nach "Leichenteile aus den Mundwinkeln hängen".
Mittlerweile aber postet er sehr überzeugend die Genüsse seiner Lebensweise. Die mich inspirieren, und die ich manchmal dankbar kopiere. Ohne Druck, ohne selbst vegan zu sein. Aber ich esse deutlich weniger Fleisch, welches in dem Ausmaß eine Umweltbelastung (mal abgesehen von der Ethik) ist. Ich hab überschlagen - gut 60 - 70 % weniger Fleisch. Ohne, dass mir es an etwas fehlt.

Im Gegenzug kann ich dazu inspirieren, weniger Haushaltsgerümpel, vor allem aus Plastik zu kaufen. Die üblichen Wäschekörbe aus Plastik sind oft scharfkantik, brechen schnell und sind nicht umweltfreundlich. Mein Wäschekorb aus Weide ist zwar teurer und etwas schwerer, aber sehr angenehm zu händeln, und ich werde mir in meinem Leben keinen mehr kaufen müssen. Der ist auch nach meinem Ableben noch benutzbar. Also höchst nachhaltig.

Und vielleicht inspiriert mich Sirona auch noch mit der Geldverwaltung.

Ich denke, das ist der Weg, und so gehts. Auch wenn wir die Welt nicht damit "retten" - wir leisten aber unseren kleinen bescheidenen Beitrag dazu. Und ermöglichen uns konkret ein etwas besseres Leben, besser, als wenn wir so weitermachen.
Die Sicht, die wir auf die Kelten haben, sagt mehr über uns aus, als über die Kelten selbst.


Ich bin glücklich. So einfach ist das.
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Re: Nachhaltig leben im Alltag

Beitragvon Werdandi » So 9. Aug 2015, 10:54

Ich schrieb:
Alles, was es so auf dem Mark gibt wird von 5 (glaube ich gelesen zu haben) Multis "erzeugt" und "verkauft". Selbst das silikonfreie Shampoo ohne Tierversuche mit naturnahen Zutaten kommt letztlich von Unilever oder so.
Bei Licht betrachtet dürften wir, wenn wir nachhaltig und umweltschonend leben wollen, noch nicht mal Baumwolle tragen. Nur landeserzeugtes Leinen,Wolle und Nessel.
Selbst die vielgepriesene Windkraft ist nicht nachhaltig. Aufwand und "Schaden" bei der Herstellung der Windanlagen wiegen den Nutzen kaum auf. Schaut man sich mal an ,woraus denn die Einzelteile der Windräder bestehen und wo die herkommen.... naja, ich weiss nicht.
Darauf bezog sich mein Satz:
Von daher ist Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit immer nur das Pflaster für das eigene Gewissen

Und was das betrifft:
Es ist eben nicht mehr möglich, wirklich nur von regionalen, umweltschonenden, gerecht bezahlten Dingen zu leben.
Da widerspreche ich Deiner Aussage,Vailos, daß vor dem 20.Jahrhundert nur von regionalen,umweltschonenden,gerecht bezahlten Dingen gelebt wurde.
Beuispiel: Salzbergbau ,Holzkohleherstellung zur Eisenzeit ,Baumwollproduktion im 19.Jh.in England z.B. .
Der Mensch hat schon immer Raubbau getrieben. An der Natur, an sich selbst. Schlimm heutigentags ist, daß wir es besser machen könnten aber nicht tun. Raubbau wäre es trotzdem immer noch. Allein an Sand(Kies) der für die Herstellung von Baustoffen zwingend notwendig ist.
Wenn du also in letzter Konsequenz all das ablehnst und nachhaltig leben willst dann geht das nur in einer Höhle, mit selbsterzeugten Stoffen aus heimischen (angebauten) Pflanzen ,mit Möbeln aus Todholz etc pp.

Sobald produziert wird,in Masse, also mehr als für den Eigenbedarf,ist der Eingriff in das natürliche Gleichgewicht eben nicht mehr abzupuffern. Eigentlich schon mit Sesshaftwerdung des Menschen ging der Raubbau los.

Es geht doch auch garnicht darum, alles wieder auf "Null" zu stellen. Wir können keine Urwälder zurück holen. Und nein, der Ozean reinigt sich nicht selbst. Das Öl aus den ausgelaufenen Borquellen, den leck geschlagenen Ölschiffen,sinkt an den Meeresboden. Dort zerstört es nachhaltig alles Leben. Nur weil wir es nicht mehr sehen, ist es noch lange nicht wieder "gut".
Das, was wir im Kleinen machen,ist auch nur für das Kleine .
Es geht um Milliardengewinne und die werden sich die Multis,die Konzerne und wer da noch so alles beteiligt ist, nicht entgehen lassen.
Letztlich haben wir doch auch kaum die Möglichkeit es selbst und besser zu machen. Was ist denn mit den Menschen in unseren Großstätten? woher sollen die denn alle ökologische Produkte bekommen? Und woher sollen die denn das Geld nehmen? Klar, ein paar können sich das leisten aber der Großteil eben nicht.... wenn man keine Wahl hat...
GRUNDLEGEND muss sich was ändern. Aber wie? Die leuute in China, die unsere alten PC ausschlachten und mit hochgiftigen Säuren und Zeuges die Edelmetalle auslösen, sind froh, daß sie damit ihren Lebensunterhalt fristen können. Die Leute in Aftrika, die Elfenbein verkufen und dafür dabei sind, die Elefanten auszurotten,fristen damit ihren Lebensunterhalt. Aus ihrer Sicht ist das nötig. Natürlich ist das verbrecherisch. Geld verdienen damit auch ganz Andere. Diese Anderen gilt es zu überzeugen auf ihre Millionen und Milliarden zu verzichten.
Ich trenne auch meinen Müll. Baue selbst Gemüse an. Verwerte alles mögliche und schmeiße eigentlich kaum was weg. Aber eben nur kaum... Bei 10 Millionen Menschen mag das noch gehen.. aber wir sind Milliarden... wohin mit dem Müll? Wie alle Menschen satt machen? Klar , machbar wäre das. Aber was sind die Vorraussetzungen dafür? DIESE Frage ist der eigentliche Kern und dann die Umsetzung der Antwort.

Ich für mich mache, was ich kann um mich so wenig wie möglich an dem Raubbau und den Umweltsünden zu beteiligen. Aber reicht das für Alle?

Anál nathrach, orth’ bháis’s bethad, do chél dénmha
das wyrd schon
Ich bewahre meinen Glauben, bis der Himmel auf mich fällt und mich zerschmettert, bis die Erde sich öffnet und mich verschlingt, bis das Meer über mir zusammenschlägt.
Erst wenn die Drachen wieder frei fliegen ist mein Tun in dieser Welt beendet. Dann kehre ich heim zu Dir um die Fäden des Schicksals neu zu weben.
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Re: Nachhaltig leben im Alltag

Beitragvon Sucher » So 9. Aug 2015, 12:04

Werdandi hat geschrieben:Ich für mich mache, was ich kann um mich so wenig wie möglich an dem Raubbau und den Umweltsünden zu beteiligen. Aber reicht das für Alle?


Gute und berechtigte Frage.
Aber alleine schon die Tatsache, dass Du im positiven Sinn nachdenkst und, ebenfalls im positiven Sinn, so handelst, wie es Dir möglich ist, ist Gold wert. Und, wie immer, wenn das viele Menscnen machen, bringt das der Erde etwas. Deswegen ist es nur gut, wenn wir dran bleiben.
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Re: Nachhaltig leben im Alltag

Beitragvon Vailos » So 9. Aug 2015, 13:49

Werdandi hat geschrieben:Wenn du also in letzter Konsequenz all das ablehnst und nachhaltig leben willst dann geht das nur in einer Höhle, mit selbsterzeugten Stoffen aus heimischen (angebauten) Pflanzen ,mit Möbeln aus Todholz etc pp.


Warum immer diese pessimistische Extremismus? Denn - das stimmt so auch nicht. Selbst in einer Höhle, mit selbstangebauten Pflanzen und Stoffen hinterlässt man einen ökologischen Fussabdruck. Das tut jedes Lebewesen, von der Schmeißfliege angefangen über den Wal bis zum Menschen.

Im Allgemeinen ist die Natur, unser Planet auch darauf eingerichtet. Das Problem beginnt dann, wenn es zu viel wird. Tierarten sterben dann schnell aus, wenn nix mehr da ist. Der Mensch wird auch um sein Überleben kämpfen müssen, wenn er sich ausschließlich auf Nichtnachhaltigkeit stützt oder alles gebundene CO2 wieder aus der Erde holt und unseren Planeten in den Ursprungszustand (für uns nicht lebbar) versetzt.

Es ist aber offenbar lange noch nicht zu viel. Und der Mensch immer noch in der Lage, sich seinen Lebensraum zu erhalten.

Es gibt ein paar nette Zahlenspielereien, die zeigen, dass die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos ist. Theoretisch sind wir bei eingeschränktem Fleischkonsum immer noch in der Lage, die Weltbevölkerung 48 mal zu ernähren. 7 Milliarden Menschen klingt zwar viel - aber die Menschheit passt immer noch sitzenderweise auf die Insel Mallorca (Quelle statistisches Bundesamt)

Diese Zahlen können natürlich kein Grund zur Beruhigung sein - es ist ja bekannt, dass diese sich potenzieren und der Kickpunkt, wo es nicht mehr geht, immer schneller auf uns zugerannt kommt.

Diese Spirale kann man nur durchbrechen, wenn wir uns anders verhalten. Und vor allem lernen, uns anders zu verhalten. Das geht nicht von heute auf morgen.

Ich möchte damit gerne beginnen. Alleine schon, weil mir es neue, erweiterte Sichtweisen und sogar neue Genüsse bringt. Es ist ein spannender Prozess.

Es ist auch nie gut, wenn man immer bis auf den letzten Drücker wartet. Es werden sowieso schon aufgrund unseres Wirtschaftens und der Klimaveränderung sehr viele Menschen sterben müssen. Das müssen wir ja nicht noch verschlimmern. Verhindern können wir es natürlich nicht mehr.

Nur kurz zu einigen Anmerkungen von Werdandi:
Werdandi hat geschrieben:Was ist denn mit den Menschen in unseren Großstätten?
Gibt es gerade in Berlin sehr interessante Experimente. Zum Beispiel eine kombinierte Fischzucht/Plantagenwirtschaftsanlage, wo durch einen kleinen Kreislauf ohne externes Zutun auf sehr kleinem Raum sehr hohe Erträge ezielt werden. Oder das "Urban Gardening" - Projekt am Tempelhofer Flughafen. Derlei Projekte und Überlegungen gibt es jede Menge.

Ansonsten werden immer noch Feldflächen stillgelegt. Wir verhungern nicht. Auch nicht die Leute in den Großstädten.

Werdandi hat geschrieben:Die leuute in China, die unsere alten PC ausschlachten und mit hochgiftigen Säuren und Zeuges die Edelmetalle auslösen, sind froh, daß sie damit ihren Lebensunterhalt fristen können.

Die Leute in China machen das nicht. China sichert sich gerade jede menge Rohstoffe, und baut in ehemaligen Hungerregionen wie Äthiopien riesengroße Feldplantagen. Weil die verfügbare Wirtschaftsfläche in China auch durch Umweltbeeinträchtigungen nicht mehr ausreichen wird.

Es sind die Leute in Afrika, die das tun. Unsere Sklaven, unsere wirtschaftlichen Fußabtreter vor der Haustür.

Denen auch jede wirtschaftliche Entwicklung verwehrt wird, weil durch unsere subventionierten Hühnerabfälle alle Viehzuchtbetriebe und Kleinbauern pleite gehen. Lösung: Als verbraucher nicht nur immer Hähnchenschnitzel kaufen, sondern das ganze Huhn.
Oder unsere "Kleiderspenden". Die die komplette Textilindustrie in Afrika den Boden gleichgemacht hat. Lösung: Altkleider in die Kleiderkammer, länger tragen, gebraucht hier verkaufen und ansonsten: ab in den Müll damit.

Alles kleine Dinge, die, wenn es jeder machen würde, die Welt schon ein bisserl nachhaltiger und gerechter gestalten würde.

Wenn aber keiner anfängt, passiert nie was.
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Re: Nachhaltig leben im Alltag

Beitragvon Sedocoinios » So 9. Aug 2015, 16:03

Ja und Nein...

Durch die industrielle Massenproduktion von sowohl Fleisch als auch Gemüse werden Nahrungsmittel so "billig" ,daß kleine Landwirte da nicht mithalten können, und gerade die von Hunger betroffenen Gebiete der Welt sind oft Länder in denen die Bevölkerung noch zu großen Teilen Subsistenzlandwirtschaft bzw. Viehaltung betreibt... die könnten sich gar keine Lebensmittel oder Saatgut dazu kaufen, da sie dafür schlichtweg keine Devisen haben. Selbst wenn wir selektiver einkaufen bekommen sie dadurch auch noch immer noch keine Devisen.Die Preise billiger zu machen ist also dort auch keine lösung.

Was Afrika und seine Rohstofffe angeht hat Vailos recht, die werden dort nicht nur unter oft menschenunwürdigen Umständen abgebaut sondern auch die rohstoffreichen Gebiete sind häufig umstritten und mit Grund für terretoriale Konflikte die bei uns fast als auuschließlich "Ethnische Konflikte" wahrgenommen werden.

Aber auch die Arbeitsbedingungen in China sind sehr wohl häufig schlecht... in unseren Handys und Computern stecken tote Afrikaner und Chinesen ´drin.

Eine andere Sache ist was Vailos anspricht die Spendenindusrtie... tatsächlich wurden durch Geld, Textil und Nahrungsmittelspenden lokale Märkte und Produktionsstätten vernichtet, da diese nicht mehr verkaufen konnten. Edle Handlung mit unerwartetem Ausgang.Da die dafür zuständigen NGOS aber gute Geschäfte damit machen wird das weiter betrieben.
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