politische Aussagen?

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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Vailos » So 4. Jan 2015, 13:57

Genau aus diesen Diskussionen heraus, und auch der Ablehnung von Schwarz-Weiß Denken, befürworte ich eben eine Einigung auf grundlegende Werte.

Meinungsvielfalt
Bildung
Menschenwürde
usw.

Ich denke, dass sind Grundlagen, auf die man sich in heutiger Zeit auf jeden Fall einigen kann. Und auch sollte.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Torc » So 4. Jan 2015, 16:20

Wie ich Religion und Politik trenne? Ich definiere und begründe meine politischen Vorstellungen nicht mit meinem Glauben, sondern mit dem profanen Menschenverstand - wohin eine religiöse Begründung politischer Ziele führte, das müssten wir alle wissen. Es gibt bestimmt auch einige politische Positionen, die meinen religiösen Vorstellungen zuwiderlaufen und umgekehrt. Und das kann ich mit mir vereinbaren, ganz einfach deshalb, weil ich es für die Allgemeinheit als richtige Entscheidung empfinde und da zählt die Befindlichkeit des Einzelnen eben nicht viel. Wobei ich nach mehrmaligem Nachsinnieren bis ins Detail merke, dass meine Einwände überstürzt waren, ich muss da nochmal drüber nachsinnieren. Wie gesagt, ich reagier bei soetwas ersteinmal pauschal ablehnend und allergisch wenns um Religion und politische Statements geht, gerade in Zeiten von IS...

Samonios, ich bin gegen politischen Extremismus, Radikalität ist ja je nach Thema auch ganz sinnvoll. Ich bin radikal was meine Prinzipien angeht. Ich lehne auch prinzipiell ein links-rechts Schema ab, nur ist das erfahrungsgemäß schwieriger zu kommunizieren bzw. die Leute behalten dieses schematische Denken, das gabs immer und wirds immer geben. Da stehe ich mit meinem Verständnis alleine da und habs schwer mich zu kommunizieren, wenn ich eben nicht auf Plattheiten wie links-rechts eingehe. Und traurigerweise findet diese Praktik des Schematisierens gerade in der richtigen politischen Ebene statt (Ih, das ist links/rechts, das wollen wir nicht! Was, das macht SInn? Scheiß drauf, es ist links/rechts!). Aber gut, das ist ein anderes Thema, wo ich mich wieder Tage lang am Stück auskotzen könnte und mich auch oft (ver)zweifeln lässt.

Ich habe ja nichts dagegen, dass man sich von rechts distanziert, das muss man ja, aber man muss sich, wie gesagt, auch von allen Extremismen abgrenzen und nicht nur von einem, da spielt es keine Rolle, was wahrscheinlicher ist. Wenn man sich so dagegen sträubt, sich auch von anderen Extremismen zu distanzieren, bekomm ich fast den Eindruck diese werden geduldet, und davon halte ich persönlich nicht viel. Nicht erwähnt diese flache Formulierung: Wir sind gegen rechtes Gedankengut!; die man so oft liest und auch Mist ist. Da würde ich mir eine differenzierte Formulierung wünschen.

Hm wie würdest Du nun Bildung definieren, Vailos? Bildung ist so ein Begriff... sagt alles und nichts. Ist man ungebildet, wenn man sich nicht in Schrift und Sprache artikulieren kann? Ist man ungebildet, wenn man die Schmelztemperatur von Gold nicht kennt? (Ja, bewusst übertrieben!) Lustig, ich schreibe gerade einen Essay darüber...
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sucher » So 4. Jan 2015, 17:26

Ein Individuum vereint Politik und Glaube. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass sehr viele Glauben dazu missbraucht wurden und immer noch missbraucht werden, politische Interessen durchzufechten. Aber das hat Erinn Graureiher ein paar Beiträge vorher bereits geschrieben.
Also bitte nicht Individuum und Staat in einen Kessel werfen.

Ansonsten denke ich auch dass es sinnvoller ist, sich für etwas auszusprechen. Es ermöglicht einfach mehr Konsens.

Mein Dank an Samonios dafür, dass er uns, was die Ausdrücke angeht, auf den richtigen Weg geholfen hat. Gut, wenn jemand aufpasst!
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sedocoinios » So 4. Jan 2015, 18:00

Gut ich denke wir kommen voran...

Wie gesagt Extremismustheorie ist etwas über das ich gern diskutiere. Mein Hauptproblem dabei ist nicht ,daß der Nationalsozialismus durch die "Gleichsetzung" von Links- und Rechtsextremismus (auf die Extremismustheorie garnicht unbedingt hinauslaufen muss...) verharmlost wird sondern u.a. das Argument ,daß es zwischen linken und rechten Extremismen eine "gute Mitte" gäbe, woran ich so meine Zweifel habe... ich denke daß es auch einen Extremismus der Mitte und sogar liberalen Extremismus gibt, den ich nicht mit dem NS oder Linksnationalistischen Richtungen gleichsetzen möchte, aber trotzdem für kritikwürdig halte.

Verrechnung von Todesopfern im NS vs Stalinismus, Maoismus Schema finde ich sowieso zynisch. Beides waren Singulare Ereignisse die sich schwer mit irgendetwas in der Geschichte vergleichen lassen.

Naja ich denke wir haben diesen Teil der Diskussion geklärt...
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Vailos » So 4. Jan 2015, 18:27

Torc hat geschrieben:Hm wie würdest Du nun Bildung definieren, Vailos? Bildung ist so ein Begriff... sagt alles und nichts. Ist man ungebildet, wenn man sich nicht in Schrift und Sprache artikulieren kann? Ist man ungebildet, wenn man die Schmelztemperatur von Gold nicht kennt? (Ja, bewusst übertrieben!) Lustig, ich schreibe gerade einen Essay darüber...


Oh, cool! Bekommen wir Dein Essay mal zu lesen, wenn es fertig ist?

Ansonsten: Ohne Bildung wäre keine Aufklärung möglich. Zur Bildung gehört nicht nur die Rechtschreibung, sondern das Vermitteln von größeren Zusammenhängen und Verständnis für Sachen ausserhalb des eigenen, engen Erfahrungskreises. Und hilft somit zu differenzieren. (Ich lese übrigens gerade Cicero, der auch genau dies schon vor 2000 Jahren festgestellt hat... :) )

Ist auch ein sehr wichtiges Mittel gegen Extremismus. Schaut man sich Seiten von Islamisten oder Nazis an, wird einem klar warum...
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Cosán geal » So 4. Jan 2015, 22:13

Mit dem Begriff Bildung habe ich mich aus der sozialpädagogischen bzw. auch soziologischen Sichtweise beschäftigt. Ohne meine Unterlagen bekomme ich nicht mehr alles so genau zusammen, aber es gibt auf jeden Fall verschiedene Bildungsbereiche. Politische Bildung, schulische Bildung, handwerkliche Bildung, musische Bildung, lebenspraktische Bildung... Es ist wie ein Puzzle. Ein Mensch, der eine besondere Begabung in einem Bereich hat, kennt sich dort zwar super aus, doch dies ist nur ein Bildungspuzzleteil. Jemand, der oberflächlich vieles weiß, kann ein Stückchen des Puzzles zusammensetzen, doch es wird verschwommen bleiben.
Bildung setzt sich aus so vielen verschiedenen Bereichen zusammen und ist für jeden Menschen in seinem individuellen Lebenskontext anders. Sicher ist, dass Bildung immer schon ein Weg zur (geistigen) Freiheit war und auch heute noch ist. Bild dir deine Meinung (auch wenn dieser Satz so verunglimpft wurde).
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Torc » So 4. Jan 2015, 22:36

Also Menschenopfer für meinen Götzendienst müssen weiterhin möglich sein! :god:

Da das mit der Politik geklärt ist, können wir ja nun dazu übergehen ein paar Vorschläge zusammeln, wofür wir sind, damit man einen gemeinsamen Konsens bilden kann. Ich denke allgemeine demokratische Werte wie Meinungsvielfalt, Pluralismus und Menschenrechte wie die Wahrung der Menschenwürde sind da schonmal selbstverständlich. Auch allgemeingültige Regeln des Anstandes bedarfen glaube ich keiner weiteren Diskussionen (Respekt vor Mitmenschen etc.). Über so Sachen wie Bildung müssten wir dann einen Konsens in der Definition finden. Ich denke neben Menschenrechten und demokratischen Werten können wir uns auf einen bewussten Umgang mit Mutternatur einigen. Ob wir die Ahnen auch reinbringen? Weitere Vorschläge?

Denke nicht, dass der Essay so gehaltvoll ist; ich muss ihn für die Schule schreiben und ich lasse mich hauptsächlich über den liberaldemokratischen Humanismus und seine Umsetzung im Bildungssystem aus.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Vailos » So 4. Jan 2015, 22:42

Das ist doch interessant. Dann könnte dich dieses Thema doch auch interessieren: viewtopic.php?f=22&t=678
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Rabenvogel » Fr 9. Jan 2015, 21:46

So leider bin ich erst jetzt auf diese Diskussion gestoßen. Also auch ich finde es sehr wichtig sich abzugrenzen und klar Position zu beziehen. Und schon auf Grund meiner politischen Einstellung und Standpunkte kann ich es so gar nicht ab mit Faschisten & Co. in eine Ecke gestellt zu werden. Wobei ich persönlich ja ebenfalls einen radikalen Standpunkt vertrete, jedoch nichts davon halte diesen mit Gewalt durchzusetzen.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Rabenvogel » So 1. Nov 2015, 21:31

Da wir es dieses Wochenende im Bezug auf die aktuellen Ereignisse auch wieder mit dem Thema Positionierung des Vereins hatten, möchte ich diese Diskussion mal wieder nach oben ziehen. Den sie ist in meinen Augen wichtig und es ist auch richtig das sie geführt wird.
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