politische Aussagen?

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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sirona » Sa 3. Jan 2015, 11:56

Könnte zumindest ein Thema beim nächsten Treffen der Vorstände werden?
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sucher » Sa 3. Jan 2015, 12:30

Erinn Graureiher hat geschrieben:Könnte zumindest ein Thema beim nächsten Treffen der Vorstände werden?


Klar. Kein Problem. Das wird es.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Torc » Sa 3. Jan 2015, 14:42

Ich bin ja jetzt nur Außenstehender, aber ich habe immer Bedenken, wenn es darum geht Politik und Religion in einen Topf zu packen, dagegen bin ich allgemein sehr allergisch.
Mir stößt es manchmal auch auf, dass so ziemlich jedes Heidenforum und jede Heidengemeinschaft das obligatorische "wir sind gegen RECHTES Gedankengut" stehen haben. Und das hat zwei Gründe; ersteinmal hat dieses oft Alleinstellungsmerkmal, d. h. es wird nur gegen rechten Extremismus gegangen, wo bleibt aber der linke oder generell jede andere Art von Extremismus, auch religiöser Fundamentalismus? Das ist nicht halb und nicht ganz und erweckt immer den Eindruck, dass uns pauschal vorgeworfen wird, wir seien ein rechtsradikales Pack; und das führt zu Punkt zwei, wenn wir uns selbst jedes Mal von solchem Kram distanzieren, ist doch indirekt diese Botschaft da, dass viele Heiden sehr gerne in die rechts-nationale und völkische Ecke gehen, ist jedenfalls mein Empfinden. Ich bin mir der Notwendigkeit sehr wohl bewusst, durch den fortwährenden Missbrauch durch Rechte, aber gefallen tut es mir dennoch nicht.
Ich finde dahingegen die Idee eines Humanismuses, der solche Tendenzen von vornherein ausschließt, sehr gut. Allerdings wäre da die Frage für wen man soetwas macht. Den normalen Bürger wird es leider kaum interessieren, da bin ich zu sehr Realist, als dass ich mir davon gute Publicity für die Heidengemeinschaft erhoffe; höchstens Interessierte werden sich damit beschäftigen, oder die Politik, wobei die auch mit der Standardfloskel gegen Rechts zufrieden ist.
Als Maßstab für die eigene Gruppe jedoch sehr gut, würde ich auch unterstützen (wenn Du nen helfenden Schreiberling brauchst, sag Bescheid), sofern es nicht meinen Vorstellungen von Humanität und Anstand zuwider läuft, aber ich denke da werden wir keine Probleme haben.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Vailos » Sa 3. Jan 2015, 15:03

Ich halte zwar prinzipiell nichts davon, rechts mit links gleichzusetzen, da sich hinter dem einen eine prinzipiell menschenverachtende Ideologie verbirgt, während die andere Radikalität aus einem Gerechtigkeitsgedanken heraus entsteht - die Toten beider Radikaltitäten wirds wohl wenig jucken.

Ich danke dir aber für den Zuspruch. Nur denke ich, dass wir sehr wohl mit steigender Tendenz wahrgenommen werden. Und berechtigterweise werden uns auch Fragen gestellt, inwiefern wir denn ein Teil einer demokratischen und humanistischen Gesellschaft sein können. Und da liegt der Ball bei uns - wir werden uns dazu äussern müssen, wollen wir in die Mitten dieser Gesellschaft hinein.

Meine Idee wäre eben, sich aus Rechtfertigungsecken hinauszubewegen und offensiv unsere Werte zu vertreten. Mit denen auch die meisten anderen Mitglieder und Gruppen unserer Gesellschaft leben können.
Die Sicht, die wir auf die Kelten haben, sagt mehr über uns aus, als über die Kelten selbst.


Ich bin glücklich. So einfach ist das.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sucher » Sa 3. Jan 2015, 17:00

Auch ich sehe keinen Grund dafür, dass wir uns rechtfertigen müssten.

Das Problem liegt, meiner Meinung nach, ganz wo anders: Ich kann mir mühelos vorstellen, dass innerhalb Jahresfrist wieder SA-Patrouillen, SS-Leute und Gestapoangehörige (nicht nur) in Deutschland ihr Unwesen zum Nutzen einer herrschenden Schicht treiben könnten.

An eine kommunistische Revolution dagegen glaube ich beim besten Willen nicht, denn die nützt keinem derer, die bei uns die Meinung machen.

Und deswegen lasse ich nicht darin nach, mich von Rechten zu distanzieren. Auch und gerade nicht, wenn eben diese Rechten mich mit Losungen wie "Man muss doch auch mal damit aufhören können" (Nee! Warum denn?) oder "Das liegt schon so lange zurück" (Deren eigenes Verhalten ist das von heute) und ähnlichen Sprüchen von meinem für mich als richtig erkannten Verhalten abbringen wollen.

Zu guter Letzt habe ich mit der Annahme meines Glaubens nicht meine politische Meinung abgegeben. In mir ist beides und deswegen vernimmt man aus mir auch beides. Wie soll das denn sonst funktionieren?
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Torc » Sa 3. Jan 2015, 18:40

Ich finde es sehr wohl angebracht sich von allen Radikalitäten zu distanzieren. Wer sagt, dass der Linksextremismus ja gar nicht so schlimm ist, der tut die Opfer vieler Millionen mal eben so als minderwertiger abtun, und ich wage es zu behaupten, dass für die Linken und im Namen von Gleichheit und "Gerechtigkeit" weit mehr Leute ihre Leben und Existenzen lassen mussten. Das, was die Linksextremisten meistens bringen ist nämlich kein bisschen besser, als das, was das rechte Pack sich so leistet. Von einem Gerechtigkeitsgedanken sehe ich da sehr wenig und bei so Truppen wie den Schwarzen gar nicht, die sind nämlich genau so intolerant und gewaltbereit, wie sie anderen vorwerfen zu sein. Links- und Rechtsextremismus nehmen sich im Grunde gar nichts, die Zielsetzungen sind im Prinzip die selben, nur auf andere Personengruppen bezogen. Aber lassen wir das, ich bin schlichtweg gegen jede Art von politischem Extremismus und dem verleihe ich auch Ausdruck und das sollten "wir" eigentlich auch, wenn wir so schon anfangen, entweder ganz oder gar nicht. Man kann nicht nur sagen "wir sind gegen Rechts!", wenn man einem demokratischem, freien, souveränen und auch umgänglichen Ideal anhängt, das funktioniert in meinen Augen nicht.

Die unterschiedliche Wahrnehmung der öffentlihen Resonanz wird wohl durch Deine Tätigkeit so unterschiedlich ausfallen. Ich sehe von Resonanz oder Wahrnehmung bei anderen so gut wie nichts, vielen ist nichtmal bekannt, dass es soetwas wie uns gibt. Aber vielleicht sehe ich das auch zu pessimistisch :?

Ansonsten kann ich Deinen letzten Satz nur unterschreiben Vailos.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sucher » Sa 3. Jan 2015, 19:37

Natürlich sind Radikale jeder Couleur abzulehnen. Sie kosten immer nur Menschenleben und hinterlassen Not und Elend.

Trotzdem weise ich nochmals ausdrücklich auf meine o.a. Argumentation aus der Sicht des Jahres 2015 hin. Damit tue ich die Opfer aller Radikalen aus vergangenen Jahrhunderten nicht ab!
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sirona » So 4. Jan 2015, 01:16

Gegen Rechts in erster Linie deshalb weil "wir" dort oft als erstes eingeordnet werden wahlweise auch als Satanisten. Letzteres hat uns eine Bekannte vom Heidenstammisch erzählt. Das sie ein Blot draußen gefeiert haben und ein besorgter Bürger, die Polizei informiert hat, da feiern Satanisten.

Nichtdestotrotz ist noch gar nichts entschieden würde ich meinen. Wir diskutieren noch. Mir wäre ein Button lieb wie schon erwähnt, der sich beispielsweise gegen Rassismus und Demokratiefeindlichkeit ausspricht. Laufen da draußen einige Deppen herum, die "unseren" Glauben für ihre beschränkte Weltanschauung instrumentalisieren und missbrauchen. Da brauchts finde ich Gegenstimme. Das wurde sogar von Christens zur Kenntnis genommen wie Vailos in einem anderen Thread gepostet hat. ("Heidnische Presseschau")

Was die Trennung von Religion und Politik angeht, von Staatswegen ja, aber persönlich, wie machst Du das, Torc? Jeden Schritt, den ich vor die Haustüre mache, verstrickt mich schon in Politik, ist in irgendeiner Form politisch. Eigentlich auch schon das Private wie das Femministinnen in den 70ziger`n propagiert haben...

Auch religiöse Angelegenheiten können in bestimmten Aspekten politisch werden, wie den Vorurteilen, denen ich begegnen kann bis hin zu handfesten Diskrimminierungen im beruflichen Bereich. In einer freiheitlichen Demokratie leben, bedeutet nicht, das diese auch tatsächlich in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens verwirklicht ist. Aber sie gibt mir den notwendigen Rahmen an dieser Verwirklichung zu arbeiten und mit zugestalten. Deshalb machen u.a. auch Vereine Sinn.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sirona » So 4. Jan 2015, 10:14

Ok, um quasi dieses ständige hinterherlaufen, rechtfertigen und distanzieren von bestimmten Deppen zu beenden wäre es also besser gleich ein eigenes Selbstverständnis zu definieren. Also ein Button zu gestalten auf dem beispielsweise "heidnischer Humanismus" steht, den man anklicken kann um zu lesen was wir darunter formuliert haben? Kann man das Wort "heidnisch" durch ein anderes ersetzen? Keine Ahnung, "polytheistischer Humanismus" oder "kosmotheistischer Humanismus"?
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sedocoinios » So 4. Jan 2015, 13:50

Ich finde absolut nicht ,daß Radikalität jeder Couleur abzulehnen ist...

Solche Aussagen finde ich sogar etwas dümmlich... tut mir leid. Es zeigt ein verkürztes Verständnis der Bedeutung des Wortes Radikal.

Worüber ich gerne diskutiere ist die Extremismustheorie... Hannah Arendt sollte man z.B. unbedingt einmal gelesen haben.

Abgesehen davon verbitte ich mir Konservative der verschiedenen Richtungen mit Deutschnationalen und beide mit Neonazis und Faschisten gleichzusetzen und ebenso verbitte ich mir alle Sozialisten, auch alle Anarchisten, als Links zu bezeichnen Kommunisten mit Stalinisten und Bolschewisten gleichzusetzen und vieles mehr. Das Rechts-Links Schema ist doch wohl sehr viel komplizierter und ebenso unsere neuere Geschichte.

Diese Komplexität macht es doch eben gerade so schwierig allgemein gültige politische Aussagen zu treffen...
eine Ablehnung jedes Faschismus und des Neonazismus insbesonderen sollte jedoch common sense sein. Von Stalinismus und anderen Richtungen, auch dem meisten was "Links" eingeordnet wird halte ich persönlich auch nicht viel, es gibt aber daneben auch noch andere politische Ideologien der "Mitte" die ich ebenfalls für fragwürdig halte.

Anyway... Politik ist kompliziert. Und meine Haltung ist generell schwierig weil ich eine generell negativ ablehnende Haltung gegen so gut wie alles entwickelt habe.Das macht es auch schwierig sich FÜR etwas zu positionieren.
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