politische Aussagen?

In diesem Forum soll es um Termine für Stammtische und Veranstaltungen-Stammtische, um Informationen zu Änderungen auf der Webseite des Celtoi e. V. und andere interessante Aktionen und Projekte gehen.
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politische Aussagen?

Beitragvon Vailos » So 7. Dez 2014, 13:44

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Ich möchte hiermit etwas zur Diskussion stellen, nämlich das Einstellen von politischen Aussagen auf der HP, zum Beispiel eine deutliche Distanzierung von rechtsradikalem Gedankengut.

Im Grunde sind wir uns ja, was gesellschaftliche Fragen betrifft, in vielen Punkten einig. Unsere eigene Ethik verbietet uns menschenfeindliche Ideologien und Diskriminierungen. Wie in der Vergangenheit allerdings schon vorgekommen, wird das nicht sehr deutlich wahrgenommen. So wurden wir beispielsweise unter einen völkischen Generalverdacht wegen unserer Ahnenverehrung gestellt.

Es ist nun so, dass wir aus der AG 9 uns in näherer Zukunft mit anderen Organisationen auseinandersetzen möchten, die wie wir die diskriminierenden Sonderregelungen der Kirchen ändern möchten, wie beispielsweise Hans-Böckler-Stiftung oder den gerade verlinkten Verein Gerdia.

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Natürlich können wir nicht davon ausgehen, dass man uns vorbehaltlos empfängt. Erstens sind Heiden in der Öffentlichkeit eine obskure Randerscheinung (wenn man überhaupt über uns im Bilde ist), und zweitens schleppen wir immer noch das Stigma des neuheidnischen Odinbrüllers und Himmleresoterikers mit uns herum. Zudem bekennen wir uns offen als eine religiöse Gemeinschaft, was bei atheistisch geprägten und religionskritischen Organisationen ein gerüttelt Maß an Misstrauen erzeugen dürfte.

Der erste Schritt, wenn sich solche Institutionen über uns informieren, wird unsere Homepage sein. Und meiner persönlichen Meinung nach ist es da, um in Gespräche überhaupt erst kommen zu können, sinnvoll, sich deutlich Vorurteilen zu stellen und unserer Ethik gemäß auch plakativ Absagen zu erteilen.

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Der Grund, warum ich diese Diskussion in den öffentlichen Forumsbereich stelle, ist, dass ich gerne ein allegemeines Meinungsbild aller haben möchte. Schließlich sind alle hier Schreibenden betroffen, Aussagen des Vereins werden auch auf sie übertragen. Und da sollte auch ein allgemeinses Einverständnis herrschen. Die letztendliche Entscheidung wird und kann natürlich nur von den Mitgliedern des Vereines getroffen werden.

In Hoffnung auf eine rege und fruchtbare Diskussion.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sucher » So 7. Dez 2014, 17:46

Nun, hier mein Diskussionsbeitrag:

Wir wissen, dass wir keine Neunazis sind.
Wir wissen, dass wir keine religiösen Schwärmer sind.
Wir wissen, dass wir keine esoterischen Beliebigkeiten vertreten.
Wir wissen, dass wir kein völkisches Gedankengut hegen.
Wir wissen, dass wir nicht 2000 Jahre zurück sind.
Wir wissen, dass wir heute leben und dass wir eine Weltanschauung vertreten, die human und individualistisch geprägt ist.
Wir wissen, dass wir uns auf das Abenteuer der Übertragung alter Werte auf die heutige Zeit einlassen.

Aber wer weiss das sonst?

Niemand, wenn wir es nicht kommunizieren. Das soll bitte nach wie vor nicht mit missionieren verwechselt werden. Aber es macht unmissverständliche Distanzierungen und Auskünfte notwendig.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sirona » Mo 8. Dez 2014, 09:28

Die verschiedenen heidnischen Gruppen treten wahrscheinlich nur als gesellschaftliches Randphänomen in Erscheinung. Nichtdestotrotz glaube ich aber, das wenn sie öffentlich wahrgenommen werden, Vorurteile bestehen. Da bestimmte Gruppen und Leuts innerhalb der Szene in Zusammenhang mit rechtsgerichteten und demokratiefeindlichen Denken stehen, und Glauben dafür instrumentalisieren, finde ich es wichtig eine kritische Haltung dazu einzunehmen und sich öffentlich zu distanzieren.

Man kann sich natürlich darüber streiten, ob man sich für die Handlungen anderer verantwortlich zeigen sollte. Gegenwärtig regt das auch viele Muslime auf sich ständig für die Taten von Extremisten öffentlich rechtfertigen zu müssen. Ich habe aber ein Bedürfnis nach Abgrenzung und halte das für wichtig auch im Sinne des eigenen Selbstverständnis.

Deswegen bin ich was beispielsweise das Bekenntnis zu antirassistischen und demokratiefeindlichen Denken angeht für entsprechende Buttons. Ich halte das auch deswegen für sinnvoll wenn wir uns zu bestimmten Anliegen mit anderen gesellschaftlichen Gruppierungen vernetzen wollen. Jou, laßt uns Stellung beziehen. ^^
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Cernunnos » Mo 15. Dez 2014, 22:12

Gerade in Zeiten, in denen "Fremden"feindlichkeit wieder "gesellschaftsfähig" zu werden scheint ("PEGIDA" Demos und "Deutschpflicht für Ausländer zuhause" -Debatte der CSU sind ja nur die nach aussen getragenen
Spitze eines Eisberges) finde ich es wichtig, sich davon abzugrenzen. Da Heidentum leider immer noch eher mit Rechtsextremismus als Demokratie in Verbindung gebracht wird ist es eigentlich nur logisch, diese Statements auch auf unserer Homepage zu posten.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sucher » Mo 15. Dez 2014, 22:19

Es ist aber auch nicht verwunderlich, dass Heiden mit rechtslastigen Richtungen in Verbindung gebracht werden.
Wenn ich lese, dass ein gewisser "Heidenpapst" sich nicht erblödet, auf die Notwendigkeit "der Erhaltung der germanischen Rasse" mahnend hinzuweisen, dann muss ich sagen, dass manche Elemente der Heidenschaft sich selbst bewusst dort einreihen. Aber er kandidiert ja wohl auch für die AfD. Somit passt das ja wohl.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Vailos » Di 16. Dez 2014, 02:44

Sucher hat geschrieben:"der Erhaltung der germanischen Rasse" mahnend hinzuweisen, ... Aber er kandidiert ja wohl auch für die AfD. Somit passt das ja wohl.


Verzeih, wenn ich dein Zitat so rüde zusammensetze. Wir werden uns hüten müssen, derlei Aussagen in bestimmte Ecken zu drücken. Auch in der extremen Linken, zum Beispiel der "roten Fahne", einem altehrwürdigen kommunistischen Kampfblatt, gegründet von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, war jetzt erst wieder zu lesen, dass das (kapitalistische) "System" durch gezielte Anwerbung von Einwanderern die Zerstörung der germanischen Kultur betreibe.

Mit Links/Rechts, Nazi/Gutmensch usw kommen wir nicht weiter. Die Grenzen sind längst nicht mehr da, wo wir sie noch kennen.

Wir sollten einfach feststellen, dass es sehr irritierend ist, wie in den aktuellen politischen Auseinandersetzungen es nur um Befindlichkeiten geht. Nicht um Menschen. Dort aber sollte der Focus liegen, gerade bei uns als religiöser, humanistischer und universalistischer Verein.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sucher » Di 16. Dez 2014, 07:07

Du hast schon recht, Vailos.

Dennoch ist mir die Kombination "Germanisch = Links" wirklich nicht geläufig.........
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sirona » Di 16. Dez 2014, 08:59

Eine Linke, die völkische Inhalte anpreist ist keine Linke mehr. Was ich sehe ist Rechtspopulismus und kein Verwischen von Grenzen egal ob sie jetzt Pegida, Friedenswinter oder wie auch immer heißen mögen.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Sedocoinios » Di 16. Dez 2014, 16:02

Die heutige Rote Fahne ist allerdings nicht die gleiche Zeitschrift die von Luxemburn und Liebknecht herausgegeben wurde sondern die Parteizeitung der MLPD, die zudem eine sehr unsympathische stalinistisch-maoistische Sekte ist.

Ich denke allerdings auch ,daß die MLPD (Sowieso) und DKP (nach einer kurzen Phase der Annäherung an die Linksautonome Szene wieder) einen deutlichen Rechtsruck verzeichnen... IMHO sind beides Nationalbolschewistische Parteien, für mich mittlerweile in vielen Positionen kaum noch von der NPD zu unterscheiden...

ich hoffe diese unangenehme Seite der deutschen Linken schaufelt sich hier ihr eigenes Grab...wobei ich eher das Gegenteil vermute, eine Querfrontstrategie und den Versuch auf die gerade rollende deutschnationale Welle aufzuspringen.
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Re: politische Aussagen?

Beitragvon Vailos » Di 16. Dez 2014, 18:59

Ja, auch meiner persönlichen Meinung nach habt ihr recht. Ich möchte aber eigentlich auf etwas anderes hinaus. Sicher, hier würde man sicher einige der eher linken Richtung zuordnen.

Nur ist das so, dass wir auch in unseren Reihen AFD Anhänger haben.

Und das sollte auch möglich sein. Es kann ja nicht sein, dass ein religiöser Verein wie unserer nun eine richtungspolitische Aussage trifft. Es müsste eher so sein, dass unsere definierten Werte der Maßstab aller Dinge sein sollten. Und jede richtungspolitische Betätigung und Äusserung sich an diesem Maßstab überprüfen lassen muss.

Da fallen Rassismus, Nationalsozialismus und Stalinismus natürlich heraus. Weil sie eben antihumanistisch sind.

Unser Bestreben sollte sein, unsere Werte von Celtoi zu äussern, nicht persönliche Meinungen und Vorlieben.


(In dem Zusammenhang kam mir übrigens die Idee, ob man nicht mit anderen Vereinen zusammen eine heidnisch-humanistische Initiative entwickeln und verbreiten könnte. Wäre vielleicht mal eine interessante Idee, schon alleine weil man sich dann nicht immer ständig GEGEN etwas äussern müsste, sondern positiv FÜR etwas stehen würde....)
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