Keltische Straßennetze

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Re: Keltische Straßennetze

Beitragvon Freyja » Do 17. Okt 2013, 09:24

Bitte schön, hier gibt es Keltische Fernwege in Hessen und gut beschrieben:

http://www.altstrassen-in-hessen.de/alt ... nwege.html
Freyja
 

Re: Keltische Straßennetze

Beitragvon Freyja » Do 17. Okt 2013, 09:25

Der Lindenweg
Diese vorrömische Altstraße führte von der Mündung der Nidda in den Main bei Höchst geradlinig über den Saalburgpass in den Hintertaunus. Der Name Lindenweg begegnet uns heute nur noch in Oberstedten und in Bad Homburg nördlich der Elisabethenschneise. Er wurde von einem der letzten Landgrafen mit Linden bepflanzt in Erinnerung an seinen alten Namen und war bei dem Walddistrikt "Heidengräber" (Hügelgräber mit Bronzefunden) noch vor 100 Jahren nachzuweisen. Im Maasgrund in Oberursel sind keinerlei Spuren mehr vorhanden.

Vom Lindenweg zweigte in Höhe der Kreuzung mit der Elisabethenstraße ein Wegstrang östlich der Taunusausläufer in die Wetterau ab, der noch tausend Jahre später als Weinstraße genutzt wurde.

Bei Wikipedia steht, dass sich hinter dem Heidenwald nach der Oberhöchstädter Waldsiedlung eine Forstschneise mit der Bezeichnung Lindenweg befindet, sie aber in eine andere Richtung weist. Ich vermute, dass sich hier um eine Abzweigung des Lindenwegs zum bedeutendsten keltischen Zentrum des Frankfurter Raums, des Heidetränk-Oppidums handeln könnte, denn dieses liegt genau in der weitergeführten Richtung der Schneise. So wäre das Heidetränk-Oppidum über den Lindenweg an die Weinstraße angeschlossen
(Quelle: altstrassen-in-hessen)
Freyja
 

Re: Keltische Straßennetze

Beitragvon Freyja » Do 17. Okt 2013, 09:27

Die Hünerstraße oder Rennstraße

Die Hünerstraße verband vermutlich einst die keltischen Zentren des Taunus (Heidetränk-Oppidum, Altkönig, Burg) mit den keltischen Oppida Nordhessens am Dünsberg.

Sie zog vom Altkönig nordwärts über den Taunuspass Rotes Kreuz und den Hünerberg, vorbei am späteren Reifenberg und weiter über die Höhenzüge des Taunus vorbei an Mauloff und Riedelbach zum mittelalterlichen Eichelbacher Hof. Dann passierte sie Hasselbach und verlief weiter zwischen Emmershausen und Haintchen, vorbei an der wüsten Eisenschmelzersiedlung Grävenroth bis hin zur ehemals bedeutenden historischen Straßenkreuzung "Eiserne Hand" bei Langenbach. Dort vereinigte sie sich mit der aus dem Rheinland kommenden "Hessenstraße" und zog mit dieser auf der Höhe weiter Richtung Norden vorbei am Hühnerküppel und Riesenburg bei Rohnstadt bis hinab nach Weilmünster. Von dort aus führte sie vermutlich weiter bis zum Oppidum Dünsberg im Gießener Land.

Entlang der Hünerstraße finden sich noch Reste zahlreicher Hügelgräber und keltische Flurnamen, wie z.B. "Hühnerberg" und "Hühnerküppel".

Die Hessenstraße

Die Hessenstraße kam aus dem Rheinland von St. Goar über Lierschied - Nastätten - Katzenelnbogen - Zollhaus - Hahnstätten - Netzbach - Heringen - Neesbach - Dauborn - Niederselters - Haintchen und führte als Höhenstraße bis hin zur damals anscheinend sehr bedeutenden historischen Straßenkreuzung "Eiserne Hand" bei Langenbach.

Hier lief sie mit der vom Altkönig aus dem Taunus kommenden "Hünerstraße" zusammen, und führte gemeinsam mit dieser auf Höhenzügen weiter nördlich, vorbei am Hühnerküppel (mit Spuren keltischer Befestigungsanlagen), an Rohnstadt und der "Riesenburg" (keltische Ringburg) bis hinab in das Weiltal nach Weilmünster, wo die Weil überschritten wurde. Von dort aus führte die Hessenstraße über Möttau - Kraftsolms - den Köhlerberg (hier früher auch "Heerstraße" genannt) - Oberquembach - Oberwetz am Napoleonstock - Volpertshausen - Weidenhausen - Rechtenbach (noch heute Hessenstraße) zum Dünsberg (keltische Siedlung) und vermutlich weiter bis nach Kassel. Anderen Quellen zufolge endete sie in Wetzlar.

Die Weinstraße
Die Weinstraße zog vom Abzweig der Elisabethenstraße bei Höchst nach der Wetterau. Dort führte sie zu den für die Kelten wichtigen Salzsoden Bad Nauheims (in Nieder-Mörlen wurden schon früh Bandkeramiker nachgewiesen) und weiter nach Butzbach, wo sich auf dem Hausberg eine weitere keltische Siedlung befand. Nordwestlich von Gießen gab es noch ein weiteres Oppidum der Kelten auf dem Dünsberg.

In der südlichen Wetterau mag es noch einen Abzweig der Weinstraße Richtung Vogelsberg zum keltischen Zentrum am Glauberg gegeben haben. Von dort aus führten die "rechte Nidderstraße" und die Antsanvia über die Vogelsberghöhen ostwärts.
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Re: Keltische Straßennetze

Beitragvon Sucher » Do 17. Okt 2013, 11:59

Irgendwo habe ich mal gelesen (wahrscheinlich hier; wo sonst?) dass "Renn-" in der festlandkeltischen Sprache auf "Grenz-" zurückführen ist. Damit wäre die Rennstraße eine Grenzstraße, so wie der Rennsteig ein Grenzsteig war. Auf der Gemarkung unseres Stadtteils gibt es noch heute ein Gewann, das "Remmerich" heißt. Das liegt seit jeher an der nordwestlichen Gemeindegrenze, zum Michaelsberg hin. Der Remmerich markiert also die Grenze (Renn) zu unserem heiligen keltischen Berg.
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Re: Keltische Straßennetze

Beitragvon Vailos » Do 17. Okt 2013, 13:10

Das ist richtig. In diesem Fall bezeichnen diese Namen auch tatsächlich eine Grenze - nämlich die zu benachbarten germanischen Stämmen. Und findet sich auch in Ortsnamen wie Rennerod wieder.

Es hat schon vor den Römern scharf umrissene Grenzziehungen gegeben, zumindest hier im Bergischen, Teilen des Siegerlandes bis runter nach Nordhessen.
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Re: Keltische Straßennetze

Beitragvon Sedocoinios » Do 17. Okt 2013, 15:48

hmm... ich wäre vorsichtig mit solchen "Volksetymologien"...

selbst gestandene Etymologen haben oftmals Schwierigkeiten alte Ortsnamen zu deuten und geraten ins fantasieren.

Ich hab jedenfalls weder im MacBain#s altirisch Lexikon noch im Old Welsh etymological dictionary ein Wort finden können das Grenze bedeutet und ähnlichkeit mit Renn- hat, ich hab auch in meinem proto.-celtic nix gefunden, gut das muss nichts heissen das Wort kann es trotzdem gegeben haben... aaaber....
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Re: Keltische Straßennetze

Beitragvon Vailos » Do 17. Okt 2013, 16:46

Ich beziehe mich hier auf die Untersuchungen bei der Uni Köln. Die gerade hier im Bergischen deutliche Unterschiede in der Ortsnamenetymologie feststellen, und dies auch erstaunlich scharf getrennt.

Der Begriff Renn als keltisch kommt aber auch sogar unter anderem von Dobesch, wenn ich mich recht entsinne...
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Re: Keltische Straßennetze

Beitragvon Sucher » Do 17. Okt 2013, 17:39

Rennofen? Scheideofen? Erzscheide? Trennung?
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Re: Keltische Straßennetze

Beitragvon Sedocoinios » Do 17. Okt 2013, 19:05

den Begriff Renn- gibts ja auch, aber als "Grenze"? Rennerod hab ich mal gelesen soll sich von einem Gewässernamen herleiten...

kann mit renn- gut sein - Rhein-Rhenos-Rinnsal---
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Re: Keltische Straßennetze

Beitragvon Sucher » Do 17. Okt 2013, 19:44

Samonios hat geschrieben:
kann mit renn- gut sein - Rhein-Rhenos-Rinnsal---



Samonios, Du Sack! Ausgerechnet Du, der Du gemeinsam mit mir dem würdigen und lebendigen alten Mann Rhenos von Herzen kommende Verehrung angedeihen lässt! Eines werde ich nie vergessen, solange ich lebe: Als wir beiden dem alten Mann unsere Referenz erwiesen haben. Das war ein sauguter und inniger Moment, an den ich immer denken werde.

Du weißt genau, dass der Rhenos immer sowohl eine Grenze, als auch ein verbindendes Element darstellte. Aber für Hinz und Kunz war er immer eine Grenze, die gemeine Menschen nicht ohne Hilfe überwinden konnten. Nur besonderen Menschen, wie Schiffern, Fährleuten, Fischern oder Träumern gelang das. Ok. Manchmal auch genialen Feldherren. Aber nie ohne die Hilfe der Vorgenannten.

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