Mjölnir

Öffentlich einsehbar! Für unsere germanischen Freunde und ihren rekonstruierten Glauben. Schließlich waren Kelten und Germanen immerschon unzertrennlich.
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Mjölnir

Beitragvon Bran » Do 24. Apr 2014, 12:06

Mjölnir

Die Blitzwaffe, Der Blitz oder Der Malmer wie die Waffe des Thor/Donar auch genannt wird, wir kennen sie eher unter dem Namen Mjölnir oder Mjölnar.

Wie Snorri Sturluson in der Skáldskaparmál berichtet wurde der Hammer von den Zwergen Brokk und Sindri aus dem Uru-Erz geschmiedet, was ihn auch den Namen Uru-Hammer einbrachte.
Da nur Thor in der Lage ist diese Waffe, die nach dem Wurf immer zum Werfer zurückkehrt, zu führen, versuchte Loki schon während der Herstellung diese Waffe zu boykottieren.
In der Gestalt einer Fliege stach er Brokk in die Stirn als dieser das Feuer in der Esse schürte, so das später der Stiel des Hammers zu kurz geriet.


Soviel zur Mythologie, doch was sagt die Geschichte dazu ?:

Nachweislich wurden Thorshammer als Amulett in Brandgräbern in Mittelschweden und in Russland aus dem 9. und 10. Jahrhundert gefunden. Diese waren aus Eisen gefertigt und an Halsreifen befestigt die ebenfalls aus Eisen bestanden.
Ebenfalls auf das 10. Jahrhundert konnte die Funde von ca. 50 Thorshämmer aus Silber datiert werden, die man als Grab- und Schatzbeigaben in Siedlungen in Süd- und Mittelskandinavien sowie auch auf Island gefunden hat.
Doch nicht nur aus Metall wurden die Amulette gefertigt, es gibt auch Funde die aus Bernstein hergestellt sind.

Es gab zum einen sowieso verschieden Formen des Hammers, mit einer der Prächtigsten und bekanntesten ist der Schonenhammer (s. Anhang).
Zudem gibt es aber auch Funde die sowohl das christliche Kreuz darstellen können als auch den Thorshammer, ein weiteres Indiz dafür wie praktisch die Germanen/Wikinger veranlagt waren indem sie einfach versuchten die Religionen zu verbinden. Leider wurde dafür die Rechnung dann präsentiert als das Christentum an Macht gewann und überhaupt nicht so praktisch veranlagt war/ist aber dazu später mehr in einem neuen Thema.

So wurde dann in der Übergangszeit der Thorshammer wohl auch extra als Zeichen für die Zugehörigkeit zum alten Glauben getragen, wie bei den Anhängern Widukinds des Sachsenherzogs der sich im 8. Jahrhundert lange und erbittert der Christianisierung durch Karl den Großen entgegenstellte.


Soviel zur Geschichte, was sagt die Neuzeit dazu ?:

Heute erfreut sich der Thorshammer (oder sollte ich als "Germane" lieber Donarhammer sagen ?) besonders unter den Neuheiden der Asatrubewegung großer Beliebtheit.
Asatru benannt nach der in Island wieder anerkannten Religion der Asentreuen, der Name wird dann auch allgemein gerne genutzt um auf die Religion der alten Germanen und Skandinavier in der Neuzeit zu verweisen.
Das tragen des Thorshammer geschieht dann aus Religiösen- und Glaubensgründen !

Die Hämmer gibt es dabei von reinen Fantasyprodukten bis hin zu aufwendigen Replikationen in allen möglichen Varianten.

Wie das Kreuz wohl auch wird aber auch der Thorshammer von vielen Menschen auch durchaus nur als Schmuckstück getragen oder um ihre Verbundenheit mit der alten Kultur der Germanen oder Wikinger zu bekunden.
Dieses dann ohne jegliche spirituelle oder ideologischen Bezüge !

Einem Trend dem ich sehr kritisch gegenüberstehe ist das verbreitete tragen des Thorshammers in der Metal-Musikszene, im Bereich des Black Metal und besonders des neu entstandenen Pagan Metal ist es in den Hammer zu tragen.
Leider weisen die Fans dieser Bands oftmals kaum Kenntnisse über die religiösen Inhalte auf, um so erschreckender wenn man dann die Bands betrachtet und feststellen muss da auch die nur plakative Themen bedienen wie Christenhass, Kampf, Ehre etc. aber vom waren spirituellen Background oft nicht den blassesten Schimmer haben.
Das soll keine Musikkritik sein, ich höre selber viele dieser Bands !

Dazu kommt dann noch das auch in der Rocker- und Bikerszene schon seit vielen Jahren es in ist sich dieser Symbole zu bedienen, gerade da diese Fraktion nicht unbedingt für politische Correctness bekannt ist, dazu aber mehr im nächsten Abschnitt.


Die Schattenseite des Thorhammers:

Auch wenn die politische Linke den Thorshammer mittlerweile auf den Listen der rechtsextremen Symbole führt muss man doch deutlich darauf hinweisen das es keinen direkten Bezug zur Nazizeit gibt, so das man auch nicht gelten machen kann das es ein rechtes Erkennungszeichen ist, dafür tragen auch viel zu viele nicht politisch sonder religiös motivierte Menschen dieses Amulett.

Dennoch bleibt zu erwähnen und das ist tatsächlich die Schattenseite des Thorhammers, das sehr viele aus der rechtextremen Szene sich dieses Symbols bedienen und auch da die Gefahr besteht das der Hammer wie zuvor die Swastika (Hakenkreuz) und einige Runen irgendwann zu den verfassungsfeindlichen Zeichen gehört.

Da ist es an den Asatru und auch den anderen Neuheiden weiterhin Aufklärung zu betreiben, den Rechtsextremen entgegenzutreten aber auch den Unwissenden der Gesellschaft die Thematik und Unterschiede deutlich zu machen.
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Re: Mjölnir

Beitragvon Sedocoinios » Do 24. Apr 2014, 12:46

Schon vor der Wikingerzeit gab es bei den Mittelmervölkern die "Herakleskeule"... diese trugen auch manche Kelten, IIRC gilt mittlerweile der nordische Thorshammer sogar als germanische Imitation der Herakleskeule...die Südgermanen trugen auch anstelle eines Hammers vorher bereits die Donarkeule.

Taranis trägt allerdings soweit ich weiß keine Keule und keinen Hammer sondern auf ein paar Bildern zumindest eine Axt.
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Re: Mjölnir

Beitragvon Bran » Do 24. Apr 2014, 12:50

Samonios hat geschrieben:...die Südgermanen trugen auch anstelle eines Hammers vorher bereits die Donarkeule.


Ja und in dem Fall, wenn ich recht unterrichtet bin, hauptsächlich die Frauen, sollte wohl zur Fruchtbarkeit beitragen.
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Re: Mjölnir

Beitragvon Sedocoinios » Do 24. Apr 2014, 13:29

Den Thorshammer trugen früher auch nur Frauen... Das sollte wohl bei den Männern klarstellen was man von ihnen erwartet hat...

ein Mann mit Thorshammer oder Herakleskeule hätte wohl seltsame Blicke geerntet.
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Re: Mjölnir

Beitragvon Bran » Do 24. Apr 2014, 13:41

Samonios hat geschrieben:Den Thorshammer trugen früher auch nur Frauen... Das sollte wohl bei den Männern klarstellen was man von ihnen erwartet hat...

ein Mann mit Thorshammer oder Herakleskeule hätte wohl seltsame Blicke geerntet.


:D
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Re: Mjölnir

Beitragvon Werdandi » Do 24. Apr 2014, 13:48

Stimmt so ganz allerdings nicht. Zumindest den Hammer hat man zwar vorzugsweise in Frauengräbern gefunden, aber nicht auschließlich. Der Fund sagt allerdings nicht aus, ob er denn auch getragen wurde. ;) Das lässt sich annehmen , ist aber trotzdem kein ehernes Wissen.

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Re: Mjölnir

Beitragvon Sedocoinios » Do 24. Apr 2014, 15:59

mir ist jedenfalls kein männliches Grab mit Thorshammer bekannt... zumindest die Donarkeule/Herkuleskeule wurde ausscvhließlich in Frauengräbern entdeckt, häufig in Verbindung mit anderen Fruchtbarkeitssymbolen.
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Re: Mjölnir

Beitragvon Bran » Fr 25. Apr 2014, 05:53

Werdandi hat geschrieben:Stimmt so ganz allerdings nicht. Zumindest den Hammer hat man zwar vorzugsweise in Frauengräbern gefunden, aber nicht auschließlich. Der Fund sagt allerdings nicht aus, ob er denn auch getragen wurde. ;) Das lässt sich annehmen , ist aber trotzdem kein ehernes Wissen.


Na, da hat wohl jemand an der "hohen" Luft der Archäologie geschnuppert was?

Wenn man anhand von belegten Funden nur aus Frauengräbern keine Rückschlüsse ziehen darf, woraus dann?

Muss ich dann auch anzweifeln, dass reiche Beigaben in einem Grab nicht automatisch bedeuten das es eine höher gestellte Person war, sondern es könnte auch ein Sklave sein, dem man einfach mal so ordentlich was ins Grab gelegt hat, vielleicht weil er es im Leben so schwer hatte?
Wenn in andere Kulturen es immer persönliche Besitztümer waren die als Grabbeigaben fungierten, kann ich nicht annehme das es hier genauso gehandhabt wurde?

Und wie Samonios schon sagte:

Samonios hat geschrieben:mir ist jedenfalls kein männliches Grab mit Thorshammer bekannt... zumindest die Donarkeule/Herkuleskeule wurde ausscvhließlich in Frauengräbern entdeckt, häufig in Verbindung mit anderen Fruchtbarkeitssymbolen.


Aber vielleicht hast du ja ein paar Quellen von Funden in Männergräbern die wir nicht kennen? :)
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Re: Mjölnir

Beitragvon Werdandi » Fr 25. Apr 2014, 09:40

Ja, ich habe an der hohen Luft der Archäologie geschnuppert und ich finde, sie riecht gut. Zumindest wenn es um Recon geht. Bei allem Anderen habe ich nur meine persönliche Fantasie als Grenze. Ich bin ja nicht diejenige, die stur auf "Beweisen und Belegen" rumreitet. Das tun Andere zur Genüge.
Aber es gibt nun mal Regeln, die mir beigebracht wurden. Nicht zuletzt auch von dir,Bran ;) .
Die Formulierung:" Man nimmt an,daß..." wäre in einem Bereich ,wo es um die "strenge Wissenschaft" geht ,angebrachter.
Die Aussage:"Die Erde ist eine Scheibe" ist nur dann falsch, wenn es für unsere Erde gilt. Für die Scheibenwelt ist sie richtig.Aber das muss man dann eben dazu sagen.

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Re: Mjölnir

Beitragvon Bran » Fr 25. Apr 2014, 10:12

Werdandi hat geschrieben:Aber es gibt nun mal Regeln, die mir beigebracht wurden. Nicht zuletzt auch von dir,Bran ;) .

Jetzt fühle ich mich ein wenig wie Frankenstein, wir haben ein Monster erschaffen. :wtf:

Werdandi hat geschrieben:Die Formulierung:" Man nimmt an,daß..." wäre in einem Bereich ,wo es um die "strenge Wissenschaft" geht ,angebrachter.
Die Aussage:"Die Erde ist eine Scheibe" ist nur dann falsch, wenn es für unsere Erde gilt. Für die Scheibenwelt ist sie richtig.Aber das muss man dann eben dazu sagen.

Jaein! Aber vielleicht ist das etwas an dem es generell in der "Szene" etwas kränkelt, in einem kleinen Forum wie diesen, wo sich die meisten über längere Zeit kennen, muss man nicht alles relativieren, oder auf die Goldwaage legen, da man sich ja "kennt". Auch wenn ich lange nicht hier war, so weiß ich dennoch noch immer wie ich z.B. Samonios zu nehmen habe.
Irgendwas von :schauen: über :respect: bis zu :ua_patsch: aber immer :kolobok:
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