Bäume und ihre Bedeutung

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Bäume und ihre Bedeutung

Beitragvon Bran » Do 24. Apr 2014, 11:59

Die Linde

Schon die Germanen verehrten die Linde als der Göttin „Freya“ geweihten Baum. Sie war die Göttin der Liebe, des Glücks, der Fruchtbarkeit und des guten Hausstandes (Laudert 2003). Die heiligen „Freya-Linden“ waren zumeist Sommerlinden und galten den Germanen als Sitz der guten Geister (Petruszek 1991). Die Verehrung der Linde lag darin begründet, dass sie eine Vorstellung von einer Wesensgleichheit von Mensch und Baum hatten. Dies bildete die Grundlage für zahlreiche germanische Mythen und Legenden (Grabe et al 1991). Was sich auch in der Siegfried Sage widerspiegelt, die ein bedeutendes deutsches Kulturgut darstellt und zum nordischen Kulturgut zählt. Siegfrieds Schicksal steht in enger Verbindung mit der Linde. Unter ihr tötete er den Drachen Fafnir. Bei seinem Bad im Drachenblut fiel ein Lindenblatt zwischen seine Schulterblätter und verhinderte somit seine vollständige Unverwundbarkeit. Außerdem wurde Siegfried unter einer Linde von seinem Mörder Hagen getötet, indem ihm dieser einen Speer durch eben diese ungeschützte Stelle in sein Herz stieß (Vescoli 1991).


In vielen Stammesgebieten der Germanen war die Linde der Omphalos und hatte somit die Funktion als Mittelpunkt und Treffpunkt für alle Angelegenheiten der Gemeinschaft, da sie gleichzeitig als eine Art Manifestation von Wahrheit, Gerechtigkeit, Klarheit, Entschlossenheit, Mitgefühl und göttlichem Wissen galt. Die alten germanischen Stämme trafen sich unter den Linden, um Signale aus der Geisterwelt zu empfangen (Hageneder 2000).
Die Christianisierung machte auch vor den Linden nicht halt. Die alten Statuen der Gerichts- und „Freya-Linden“ wurden zerstört und durch Marienbilder ersetzt. So wurden aus den alten „Freya-Linden“ „Maria-Linden“, die heute die einzig noch vorhanden Baumheiligtümer sind.
Typisch für Deutschland sind auch die so genannten Apostellinden. Um sie zu erhalten, wurde ein gekappter Baum auf zwölf Hauptäste gezogen, die man dann nach den 12 Aposteln benannte (Laudert 2003). Heute gehört es zum Charakteristikum von Kirchen und Klöstern, dass vor ihnen Linden stehen.


In Skandinavien war die Linde der wichtigste von drei so genannten „Våträd“, den Schutzbäumen für Haus und Hof. Ihnen wurden regelmäßig Opfer dargebracht (Hageneder 2000)
Den Slawen galt die Linde als heiliger Baum. Sie besaßen eine eigene Lindengöttin, „Libussa“, vom slawischen Wort „liba“ für Linde. Sie wurde unter Linden als Rechtssprecherin und Orakelgöttin verehrt, vor allem in Liebesangelegenheiten (Beuchert 1996). Bei den Kelten umstanden Winterlinden die heiligen Plätze im Hain. Sie grenzten ihre Kultstätten ein. Die Linde galt somit in vielen Kulturen als Zeichen bzw. Baum der Liebe (Grabe et al. 1991).
Die Seher der alten Skythen trafen mit Hilfe von Lindenrinde Vorhersagen. Solche Praktiken gab es auch im alten Griechenland (Hageneder 2000).
Der Liebesgöttin „Aphrodite“ opferten die Griechen unter Linden (Grabe et al. 1991). Die im Dienste von „Aphrodite“ Stehenden, wanden sich Kränze aus duftenden Lindenblüten (Beuchert 1996). Im antiken Griechenland galt die Verwandlung in einen Baum als eine Gnade der Götter. Laut griechischer Sage ist die Linde eng mit dem Geistwesen „Phylira“ verbunden. Sie war eine Nymphe, die von den Göttern in einen Baum verwandelt wurde, und zwar in eine Linde, daher auch das griechische Wort „Phylira“, das Linde bedeutet (Chevallier 2000).
Die Götter „Hermes“ und „Zeus“ erfüllten dem Ehepaar „Philemon“ und „Baucis“ als Dank für deren Herberge und Unterkunft bei ihrer Wanderung auf der Erde einen Wunsch, nachdem sie bei den anderen Stadtbewohnern keine Gastfreundschaft erfahren hatten. Sie verwandelten die Hütte des Ehepaares in einen Tempel und beide am Ende ihres Lebens in Bäume, so dass sie nie getrennt sein müssen, da dies ihr Wunsch war. „Baucis“ wurde zu einer Linde und „Philemon“ zu einer Eiche (2. Godet 1999).

(kopiert von http://www.uni-goettingen.de/de/text/41688.html)
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Re: Bäume und ihre Bedeutung

Beitragvon Bran » Do 24. Apr 2014, 12:00

Die Eiche

Schon im Altertum besaßen Eichen bei den verschiedenen Völkern in ihrem Verbreitungsgebiet eine große Symbolkraft und auch eine ähnliche Symbolik. Das kam sicher daher, dass ein Eichenwald, in seiner damaligen Funktion als Nährwald, alles für die Existenz der Menschen Nötige bereithielt – Nahrung für Mensch und Tier sowie Feuer- und Bauholz. Dass sie zum Zeichen der Ewigkeit wurde verdankt die Eiche wohl der Tatsache, dass ein Eichenleben etwa 30 Menschengenerationen umfasste (4). Häufig wurde sie mit blitztragenden Göttern oder Götterfürsten in Verbindung gebracht (17).

Bei den alten Griechen galt die Eiche als Baum des Zeus. In der antiken Stadt Dodona in Epirus befand sich das Eichenorakel, wo drei weißgekleidete Frauen aus dem Rauschen der Blätter der heiligen Eichen die Stimme des Göttervaters vernahmen (13). Die ebenfalls der griechischen Mythologie entstammenden Waldnymphen haben ihren Namen, Dryaden, von dem griechischen Wort drys für Eiche. Zeus entspricht in der römischen Götterwelt Jupiter. Er ist ebenfalls Göttervater und Blitzgottheit. Auch sein Baum ist die Eiche. Zusammen mit der Palme galten Eichen im alten Rom als Sinnbild des „goldenen Zeitalters“ (4).

Bei den Kelten war die Eiche ebenfalls der Baum des Himmelsherrschers und Wettergottes Taranis. Durch den römischen Geschichtsschreiber Plinius d. Ä. (23/24 - 79 n.Chr.) ist überliefert worden, dass die Kelten ohne Eichenlaub gar keine kultischen Handlungen vollzogen (17). Die sakrale Bedeutung der Eichen für die Kelten ist auch daran zu erkennen, dass das keltische Wort Druide, für Priester, von duir, was Eiche bedeutet, abgeleitet ist. Auch die Wörter Türe und Tor haben ihren Ursprung im keltischen duir (4). Wer widerrechtlich einen Eichhain fällte, der war dem Tode geweiht (13).
Die Iren ordneten die Eiche mit Dagda ebenfalls einem Wettergott zu (17) und den Slawen war sie dem Perun oder Perkun geweiht, dessen Name vom indoeuropäischen Wort für Eiche herrührt (13).

In der nordischen Mythologie ist die Eiche dem Donner- und Kriegsgott Thor geweiht. Bei den Germanenstämmen Mitteleuropas wurde er Donar genannt. Der Legende nach fährt dieser mit einem Ziegenkarren über den Himmel, wodurch der Donner entsteht und schickt Blitze zur Erde. Nach ihm ist der Donnerstag benannt, der im Schwedischen entsprechend torsdag heißt (13). Die Eiche vereinte beide Geschlechteraspekte in sich. Den männlichen in der Symbolik von Kraft, Ruhm und Stolz im Donnergott und den weiblichen in der indogermanische Urmutter Ana, die Mensch und Tier mit ihren Eicheln nährt (17). Der Legende nach wurde der erste Mensch aus einer Eiche geboren. Die Germanen verehrten ihre Götter im Wald, der ursprünglich 90 Prozent ihres Siedlungsgebietes bedeckte. Es gab heilige Eichenhaine, in denen den Göttern geopfert wurde. Diese Haine durften von Unbefugten nicht betreten werden. Auch das Fällen von Bäumen, das Abknicken von Zweigen, sowie das Töten von Tieren war streng verboten. Bei Zuwiderhaltung musste mit der Todesstrafe gerechnet werden. An die Bäume dieser Haine hing der siegreiche Krieger seine Schlachttrophäen und wurde von den Priestern mit Eichenlaub bekränzt (4).

Im Jahre 719 beauftragte Papst Gregor Bonifatius, der später als der „Apostel der Deutschen“ bekannt wurde, mit der Christianisierung der heidnischen Germanenstämme. 723 ließ dieser das wahrscheinlich bedeutendste Baumheiligtum, die Donareiche beim hessischen Geismar, fällen. In den folgenden Jahren wurden im ganzen Land zahlreiche weitere Baumheiligtümer zerstört. Vom weiteren Schicksal des Bonifatius gibt es verschiedene Versionen. Am wahrscheinlichsten ist, dass er im Jahre 764 bei dem Versuch auch die Friesen zu bekehren erschlagen wurde (5). Trotz des neuen Glaubens brachte die Landbevölkerung den Bäumen noch weiterhin Ehrfurcht entgegen. Ein Regensburger Mönch schrieb noch im 11. Jahrhundert: „Es gibt Bauern, die es für einen Frevel halten, in einem Wald Bäume zu fällen, unter denen einst die Heidenpriester geweissagt haben.“ (5). Nach der Christianisierung diente die Eiche der katholischen Kirche als Allegorie (rational fassbare Darstellung eines abstrakten Begriffes) für Jesus Christus und die Jungfrau Maria (4).

Im Laufe der Zeit haben sich regional unterschiedliche Bräuche rund um die Eiche entwickelt. So wurde zum Beispiel in Westfalen zur Wintersonnenwende, bzw. nach der Christianisierung zu Weihnachten, ein Eichenklotz verbrannt um das Haus vor Feuer zu bewahren und für die Fruchtbarkeit der Felder. In Schleswig hing man ein Stück Rinde einer vom Blitz getroffenen Eiche auf, um Bienenvölker daran zu hindern abzuwandern, denn der Honig war in früherer Zeit ein wichtiges Wirtschaftsgut. Aus Mittelfranken ist der Brauch überliefert, drei Eichenpfähle in den Garten zu schlagen. Soweit der Schall zu hören war, so glaubte man, seien Hühner und Gänse vor dem Fuchs sicher (4).

Den Malern des Barock (1600 - 1730) war die Eiche ein Symbol des Lebens (4). Im 18. Jahrhundert wurde sie zum typisch deutschen Wappenbaum gemacht und gilt seither als Symbol für deutsche Freiheitsliebe, Stolz, Kraft und Stärke. Nicht unwesentlichen Anteil daran hatte der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock (1724 - 1803) (5). Er war es, der in seinen Gedichten diese Eigenschaften auf die Deutschen übertrug. Auch hat er seine Gedichte noch im nachhinein mit Eichesymbolik angereichert. Wo vorher von Lorbeerschatten und ganz normalen Hainen die Rede ist, finden sich später Eichenschatten und Eichenhaine (11 und 13).

Für die Romantiker (Epoche um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert) war die Eiche ein Symbol der Hoffnung. Ein bedeutender Dichter dieser Zeit, Joseph Victor von Scheffel (1826 - 1886) titulierte die Eiche als: „Der Deutschen urheiligster Baum“ (4). Noch heute zieren Eichenblätter die deutschen Centmünzen.
Als Sinnbild für Siegesmut und Heldentum tritt die Eiche zum erstenmal 1813 im Eisernen Kreuz auf (13). Die militärische Verwendung der Eichensymbolik hat sich gehalten. Vom Major an aufwärts tragen Offiziere der Bundeswehr noch heute Eichenlaub im Dienstgradabzeichen. Die sich im Laufe der Zeit entwickelte Symbolik griffen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts die Nationalsozialisten auf, da sie gut zu ihrer eigenen Ideologie passte. So trug der Adler im Parteiemblem der NSDAP einen Eichenkranz in seinen Fängen. Dies wurde später sogar zum Hoheitszeichen des Dritten Reiches (13). Den Vergleich des Deutschen mit der Eiche und die Übertragung positiver Attribute auf ihn findet sich auch in dem, aus der gleichen Zeit stammenden Niedersachsenlied von Hermann Grote. Hier heißt es in der ersten und der letzten Strophe: “Fest wie unsere Eichen halten alle Zeit wir stand, wenn Stürme brausen übers Deutsche Vaterland.“ Und im Refrain werden die Niedersachsen als „sturmfest und erdverwachsen“ bezeichnet.

(kopiert von http://www.uni-goettingen.de/de/text/41688.html)
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Re: Bäume und ihre Bedeutung

Beitragvon Bran » Do 24. Apr 2014, 12:01

Die Eberesche

Bei den Germanen war die Eberesche dem Gewittergott Thor geweiht.
In der Göttersage Edda wird berichtet, dass sie Thor das Leben rettete. Als dieser bei der Jagd in einen Fluss stürzte und ihm das Wasser bis zum Halse stand, bekam er einen Zweig der Eberesche zu fassen und konnte sich so aus dem tosenden Strom retten.
Daher heißt der Baum in Norwegen auch Thorsbjörg (Thors Begegnung)
Wohl aus dieser Zeit hat sich in einigen Gegenden Deutschlands der Glaube erhalten, dass die Eberesche den Blitz abhält. Dazu werden die reifen Früchte in Kränzen oder Büscheln vor die Fenster oder an die Dächer gehängt (Schütt, 1994).

In den alten europäischen Völkern war die Eberesche ein Baum, der eng mit deren mystischer Glaubenswelt in Verbindung stand und als heilig galt. Die heiligen Heine, Orakelplätze und Gerichtsplätze wurden von ihr umsäumt.
Der Eberesche sprachen die keltischen Druiden, die „Baumwissenden“, die Kraft zu, vor Unheil und bösem Zauber zu schützen. Weshalb sie auch ihre Zauberstäbe aus diesem heiligen Holz herstellten.
Die Schönheit und Grazie der Eberesche hat die keltischen Priester inspiriert, sie zum Baum des Lebens zu machen. Sie zählt im Frühjahr zu den ersten sich belaubenden Baumarten und wurde deshalb zum Symbol des Wiedererwachens nach der toten Winterzeit gemacht.

Bauernregel

Eine Bauernregel behauptet, dass in Jahren, in denen die Vogelbeere reich fruchtet, zwar eine gute Getreideernte zu erwarten sei, aber auch ein strenger Winter folgen werde (Erlbeck, 1982).


Kälberquicken

Die angeblich fruchtbar machende Wirkung der Eberesche ist für den norddeutschen Brauch des „Kälberquickens“ verantwortlich.
So ging der Bauer am ersten Maitag noch vor Sonnenaufgang in den Wald und schnitt mit einem Stück Kupferblech, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Baum berührten, einen Ebereschenzweig ab. Mit dieser Rute wurde dann dem einjährigen Rind dreimal auf den Rücken geschlagen und ihm einen Namen gegeben.
Dabei rief der Bauer:
„Quick, quick, quick,
bring Milch wohl in den Strick (Euter).
Der Saft kommt in die Birken,
einen Namen geb´ ich in den Stirken,
der Saft kommt in die Buchen,
das Laub kommt in die Eichen,
… sollst du heißen!
Quick, quick, quick.“

Damit sollte sich die Fertilität, also die Fruchtbarkeit des Zweiges auf das Tier übertragen.
Anschließend befestigte er den Zweig an der Stalltür, verziert mit weißen Bändern und Eierschalen, um vor Krankheiten und bösem Unheil zu schützen (Leder, 1997).

(kopiert von http://www.uni-goettingen.de/de/text/41688.html)
Zuletzt geändert von Bran am Do 24. Apr 2014, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bäume und ihre Bedeutung

Beitragvon Bran » Do 24. Apr 2014, 12:02

Die Eibe

Auch Gaius Iulius Caesar (100 v. Chr. – 44 v. Chr.) schrieb über die Eibe.
Er glaubte, dass die Germanen die Pfeile mit Eibensaft vergiftet hätten, um ihn zu töten.

In seinem 'Gallischen Krieg' berichtet er außerdem, „dass sich Caturvolus, ein Herrscher der Eburonen, durch das Gift der Eibe, die in Gallien und in Germanien in großer Menge wachse, getötet habe, als die römischen Eroberer siegreich vordrangen“.

Während Shakespeare und die Dichter des 18. und 19 Jahrhunderts in der Eibe nur ein Symbol für den Tod sahen (s. 6.2), galt die Eibe bei früheren Kulturen auch als Baum der Wiedergeburt und des Lebens, das nach dem Tod folgte. So glaubten die Kelten, die sich im 5. Jahrhundert v. Chr. von Brittannien bis Anatolien verbreitet hatten (Bertelsmann Universal Lexikon 1990), dass die Eibe zwischen der Welt der Toten und Lebenden wachen würde (Hageneder 2006).
Bei den Kelten und bei ihren geistlichen Führern, den Druiden, galt die Eibe wegen ihrer Verbindung zur Ewigkeit somit als heiliger Baum. Eiben wurden als Zauberstab, Wünschelrute und zum Schutz vor bösen Geistern benutzt (Zürcher et al. 1998).

Auch im alten Rom galt die Eibe als Baum, der die Unterwelt bewachte. So schreibt Ovid (43 v. Chr.-17 oder 18 n. Chr.) (Bertelsmann Universal Lexikon 1990), ein römischer Schriftsteller:

„Abwärts senkt sich der Weg von trauernden Eiben umdüstert führt er durch Schweigen stumm zu den unterirdischen Sitzen.“
(Forstamt Weilheim Infoheft 1995)

Die alten Griechen sahen die Eibe ebenfalls als Tor zur Unterwelt und als Wächterin der Seele (Hageneder 2006).


Außerdem gibt es Überlegungen, ob Yggdrasil, der nordische Lebensbaum aus der Sage „Edda“, nicht auch die Eibe darstellt, anstatt wie bisher angenommen die Esche.
Yggdrasil ist in der „Edda“ der schönste und heiligste Baum, dessen Zweige sich vom Himmel bis zur Erde ausbreiten und so die Erde mit dem Götterland verbinden (Hopfner et al. 1996). Yggdrasil wird als „wintergrüne Nadelesche“ beschrieben. Doch die Esche ist im Gegensatz zur Eibe nicht immergrün, so dass die Vermutung nahe liegt, dass mit Yggdrasil die Eibe gemeint war (Hageneder 2006).


Vor allem in Irland, England und in der Bretagne steht auf Friedhöfen sehr häufig eine alte Eibe, die nicht angetastet wird, „da aus jedem Toten eine Eibenwurzel herauswachse“ (Roloff et al. 1998). Dort und auch in Deutschland kann man oft besonders alte Exemplare bewundern (Abb. 17 und Abb. 18)
Der Eibe wurde häufig in Verbindung mit dem Tod gebracht, was an ihrer Giftigkeit oder auch an ihrer dunklen Krone liegen kann (Roloff et al. 1998).

In der klassischen Literatur gibt es einige Stellen, wo über die Eibe geschrieben wird. William Shakespeare (1564 - 1616), der berühmte englische Dichter (Bertelsmann Universal Lexikon 1990), beschreibt den Brauch Eibenzweige bei Toten ins Leinentuch zu stecken (Roloff et al. 1998) und auch in dem bekannten „Romeo und Julia“ von Shakespeare sagt Balthasar in der letzten Szene, in der Romeo stirbt:

„Derweil ich unter dieser Eibe schlief, träumt ich, mein Herr und noch ein anderer föchten, und er erschlüge jenen.“

Shakespeare beschreibt hier gleich zwei weitere mythologische Besonderheiten der Eibe: Zum einen glaubte man, dass man wenn man unter einer Eibe schliefe, Halluzinationen bekomme. Ein Arzt hat entdeckt, dass die Eibe an warmen Tagen tatsächlich ein gasförmiges Toxin absondert, welches zu Halluzinationen führen kann. (Zürcher et al. 1998). Zum anderen spielt diese Szene auf dem Friedhof und dort sind Eiben sehr häufig und hatten im Volksglauben eine besondere Bedeutung (s. 6.1)

(kopiert von http://www.uni-goettingen.de/de/text/41688.html)
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Re: Bäume und ihre Bedeutung

Beitragvon Werdandi » Do 24. Apr 2014, 12:12

Danke, sehr interessant.
Ich persönlich tendiere bei der "Weltenesche" auch eher zur "Welteneibe" . Einfach weil die Eibe ein so besonderer Baum ist, der auch uralt wird. Die , manchmal, verdrehten Stämme sind für mich viel eher als Sinnbild des Weltenbaums zu sehen. Auch das Holz ist etwas besonderes. Allein schon die Rotfärbung des Kernholzes macht Eibe ,für mich, zu einem "Runenbaum" ;) . Eibenbögen sind ebenso berühmt.

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Re: Bäume und ihre Bedeutung

Beitragvon Torc » Do 24. Apr 2014, 16:51

Danke für die Arbeit Bran, ich finde es sehr schön!

http://www.bambusgarten.com/files/Baumm ... _eBook.pdf

In dem Link befindet sich ein eBook, welches sich halbwegs ausführlich mit Baummythologie befasst. Ich fand es ganz interessant, habe mich aber auch nicht ganz durchgekämpft, nur zu den Bäumen, die mich interessierten. Ich fands sehr hilfreich, vielleicht kannst du es auch für weitere Einträge oder Ergänzungen verwenden.
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Re: Bäume und ihre Bedeutung

Beitragvon Sedocoinios » Do 24. Apr 2014, 19:11

Ich hatte eine schöne Liste welche Bäume welchen Göttern zugeordnet werden können und nun ist alles futsch...

naja neuer Versuch:

Apfelbaum - Abellio/Afallach, Lugos/Lugh
Birch - Verkana, Brigantia/Brigid
Buche - Fagus
Buchsbaum - Buxenus
Dornbusch -
Eberesche - Alisanos
Eibe
Eiche - Taranis, Dervos, Darona
Erle - Vernostonus/Gwern
Esche - Mathonwy
Espe -
Gebüsche - Perta
Hagedorn
Hasel - Callirius/Coll
Immegrün
Kiefer
Ulme - Limetus
Weide - Salacea, Esus
Weißdorn - Ysppadadden
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Re: Bäume und ihre Bedeutung

Beitragvon Vailos » Do 24. Apr 2014, 19:30

Wie kommt diese Liste zustande, wie ist die aufgestellt worden?
Die Sicht, die wir auf die Kelten haben, sagt mehr über uns aus, als über die Kelten selbst.


Ich bin glücklich. So einfach ist das.
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Re: Bäume und ihre Bedeutung

Beitragvon Sucher » Do 24. Apr 2014, 19:31

Eibe darf mir zugeordnet werden.

Sucher


















:^^:
www.abnoba-bogenbau.de

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Re: Bäume und ihre Bedeutung

Beitragvon Werdandi » Do 24. Apr 2014, 19:35

Schieb dochmal die Liste bitte auch in den keltischen Recon..

Es gibt ja einiges an "Listen" und Vermutungen. Sicherlich waren den Germanen Bäume heilig.Siehe Donarseiche etc...selbst Berkana(o) Birke findet sich in den Runen wieder... aber ob sie Bäume nutzten zu heiligen Zwecken...außer als heiligen Baum.

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