Mythen und ihr Kern : Riesen

Öffentlich einsehbar! Für unsere germanischen Freunde und ihren rekonstruierten Glauben. Schließlich waren Kelten und Germanen immerschon unzertrennlich.
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Mythen und ihr Kern : Riesen

Beitragvon Werdandi » Di 26. Nov 2013, 11:09

Nun also die Riesen. Wie Zwerge und Drachen kommen auch sie weltweit in vielen Legenden vor. Bei den Kelten die riesenhaften Formorier (hoffe, richtig geschrieben) bei den Germenen sind es die Thursen, in der Bibel der Goliath. Sind Riesen lediglich große Menschen? Sind sie Ausdruck der Naturgewalten? Was steckt dahinter?

Anál nathrach, orth’ bháis’s bethad, do chél dénmha
das wyrd schon
Ich bewahre meinen Glauben, bis der Himmel auf mich fällt und mich zerschmettert, bis die Erde sich öffnet und mich verschlingt, bis das Meer über mir zusammenschlägt.
Erst wenn die Drachen wieder frei fliegen ist mein Tun in dieser Welt beendet. Dann kehre ich heim zu Dir um die Fäden des Schicksals neu zu weben.
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Re: Mythen und ihr Kern : Riesen

Beitragvon Sedocoinios » Di 26. Nov 2013, 18:36

Ich hatte da mal eine interessante Diskussion mit einem französischen CR...

mein Punkt war der ,daß die "keltischen Worte" für Riesen im walisischen Cawr im gallischen *Cauros lauteten, er wies mich auf das altirische Curad hin...

während die "Riesen" der Britannier d.h. die Cawr wirklich dämonische Riesen oder dämonenhafte Ritter waren, oft gedacht als mythische Urbevölkerung Britanniens, Söhne von "Urriesen" waren die irischen Curad menschliche besonders hohe Helden, nämlich diejenigen denen beim Gastmahl der "Curad Mir" d.h. die Heldenportion zustand.

Letztendlich sind wir uns nicht einig geworden mit unserer "Riesendefinition" aber beide fanden wir ,daß es interesant scheint ,daß der "Riese" bei den kelten sowohl etwas menschlichen als auch etwas vormenschliches war und etwas das sie gleichermaßen bewunderten wie fürchteten.
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Re: Mythen und ihr Kern : Riesen

Beitragvon Sucher » Di 26. Nov 2013, 18:41

In den Märchen und Sagen beiderseits des Oberrheins, also im Schwarzwald und in den Vogesen kommen auch vielfach Riesen vor.
Nach meinem Gefühl sogar häufiger, als Zwerge.
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Re: Mythen und ihr Kern : Riesen

Beitragvon Sedocoinios » Sa 30. Nov 2013, 10:47

Bei uns gibt es eine Sage in der die letzten Riesen wegziehen in ein fernes Land... wohl eine Allegorie auf das Aussterben des Glaubens an solche Wesen.

Ein Gemeinsamer Punkt der deutschen und inselkeltischen Riesen ist die Vorstellung von den "Riesenbaumeistern" bei denen Naturerscheinungen wie z.B. der Teufelstisch aber auch z.B. Stonehenge ursprünglich von Riesen erbaut wurden...
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Re: Mythen und ihr Kern : Riesen

Beitragvon Sucher » Sa 30. Nov 2013, 13:40

Ich habe den Eindruck, dass wir die "Zwerge" um einiges leichter zu erklären vermögen, als die "Riesen".

Könnte es sein, dass die "Riesen" unsere Vorfahren sind, welche von den Urbewohnern, den "Zwergen" als riesenhaft erlebt wurden? Kann Überlieferung so alt sein?
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Re: Mythen und ihr Kern : Riesen

Beitragvon Sedocoinios » Sa 30. Nov 2013, 23:45

nein ich denke es handelt sich bei beidem um Allegorien. Das hat wohl mehr mit unserer Psyche zu tun als mit reellen Urmenschen...

Etwas weiteres zu den Riesen, die Titanen waren ein älkteres Göttergeschlecht der Griechen, Kinder der Erdmutter Gaia, nachdem die Kinder der Titanen , die Olympier, die Macht an sich gerissen hatten gebar sie das Geschlecht der Giganten, diese versuchten den Olymp zu erobern, aber die Olympier konnten sie mit Hilfe halbgöttlicher Helden wie Herakles und Dionysos abwehren und verbannen.

Die Thursen und Jöten sind nachfahren des Urriesen Ymir, nachdem die Kinder des ältesten Riesen Bor die Herrschaft über die Welt erlangt hatten lebte ein jüngeres Riesengeschlecht, Abkömmlinge Des Bergelmir.Diese jüngeren Riesen bekämpfen die Götter, Thor kann immer neue Riesenfürsten töten bis ausgelöst durch Loki Balder stirbt, es kommt zum Ragnarökk bei dem die meisten alten Götter strben, jedoch einGeschlecht junger Götter die Riesen besiegen und die Welt neu erichten kann wobei auch einige der verstorbenen Götter wiederkehren.

Im Hinduismus sind die Asuras ein älterers Göttergechlecht das dekadent wurde und deshalb von den frommeren devas ersetzt wurden, die ihrer Macht verlustigen Asuras befanden sich hiernach im Niedergang bzw. wurden zu gegnern der Devas.Allerdings schafft es Shiva die Asuras zu besiegen die die drei städte der Devas erobern.Es kommt Shiva zu am ende das Universum zu Zerstören woraufhin Brahman ein neues hervorbringt.

Was haben wir jetzt bei den Inselkelten?

Bei den Britanniern ist es etwas unklar wer das Universum erschaffen hat, aber vor der Ankunft der Götter in Britannien leben dort Riesen, die Götter oder Halbgötter besiegen diese und besiedeln das Land, es bleiben einige schwächere Riesen übrig die später Gegner der halbgöttlichen Heroen sind.Irgendwann soll die Welt wüst werden und Untergehen, die Gründe hierfür sind unklar, aber es besteht die Hoffnung auf die Wiederkehr eines mythischen alten Königs.

Bei den Iren ist auch unklar wer die Welt erschaffen hat, es gibt aber Andeutungen von mythischen "Ur-Druiden".Vor den Göttern leben Riesenhafte Wesen auf der Welt die sie formen z.B. Berge und Täler und Seen errichten, diese Riesen werden immerwieder von den dämonenhaften Fomoire vernichtet bis die Tuatha de Danan erscheinen, diese stammen selbst zum Teil von den Fomoire ab können sie aber besiegen.Am ende werden sie jedoch von Halbgöttern ins Jenseits verbannt welche die Herrschaft über das diesseits übernehmen, sich aber das wohlergehen der Welt sichern indem sie die Danaans als Götter verehren.Aber diese Welt wird irgendwann Untergehen, Gründe dafür ist der Verfall der Moral, am Ende wird es eine art Schlacht geben, aber es ist unklar wer gegen wen kämpft.Auch hier erscheint es möglich ,daß in der Stunde größter Not ein alter König oder Held wiederkehrt.

Zu den Galliern:
Wir wissen nicht woher die welt kommt , aber es gibt Götter und Riesen, diese Riesen bekämpft u.a. der Gott Taranis.Am Ende wird die Welt durch Feuer und Wasser vernichtet werden, wi und warum dies genau geschieht ist nicht bekannt.

Wie interpretieren wir dies nun?
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Re: Mythen und ihr Kern : Riesen

Beitragvon Sirona » Mo 2. Dez 2013, 13:05

Auf jeden Fall Neu?

Mythen stehen denke ich außerhalb der Zeit. Deshalb wage ich mal zu sagen, das es fast unerheblich ist, wer was dazu gedacht hat und warum. Man könnte auch meinen, das damit die Chance besteht das Mythen sich erneuern können indem sie von Menschengeneration zu Menschengeneration neu interpretiert werden. Oder besser um geistige Qualitäten schöpferisch erweitert werden können.

Diese ganzen etwas beängstigend klingenden Welterschaffungs-und Untergangsmythen sind für mich auch Ausdruck eines zyklischen Denkens. Scheinbare Gegensätze, die in Wechselbeziehung stehen um damit wiederum Chance auf neue Ordung und Schöpfung zu geben. Sie können mir zumindest im persönlichen Sinne hilfreich im Auf-und Ab des Lebens sein.
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Re: Mythen und ihr Kern : Riesen

Beitragvon Sedocoinios » Mo 2. Dez 2013, 16:36

hmm... ich würde das jetzt andersrum aufzeumen und von dem Was wir über die Mythen wissen ersteinmal grob die geistige Landschaft der DAMALIGEN Menschen rekonstruieren und DANN mich fragen was uns das heute sagen könnte um dann daraus eigene Schlüsse zu ziehen.

Das mit dem zyklischen Weltbild sehe ich im übrigen genauso... seltsamerweise scheinen Viele alte Völker dieses "Früher war alles besser" Bild gehabt zu haben, d.h. am Anfang stand ein Goldenes Zeitalter oder meinetwegen das Paradies und die Menschen steigen immer mehr ab von Halbgöttern zu armseligen Sterblichen und diese Welt wird irgendwann ganz versacken...
einige glaubten/glauben ,daß danach eine neue Welt entsteht die besser ist, andere daß sich alles nur wiederholt, ... glaubte eigentlich irgendwer auch daß alles aus ist nach dem Weltenbrannt?
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Re: Mythen und ihr Kern : Riesen

Beitragvon Sirona » Fr 6. Dez 2013, 09:59

Das mit dem sich annähern von Denkweisen finde ich zu manchen Themen aber sehr schwierig. Beispielsweise zum Totemismus, der auch noch bei den Kelten vorhanden gewesen sein könnte. Sei es in Form von Clannamen und im besonderen m.M. im Wiederspiegeln in den Mythen und in der Kunst (Tier-Mensch-Pflanzen-Verwandlungen ). Ein Weltbild zuhaben, in dem mythische Ahnen auch Tiere und Pflanzen gewesen sein könnten, das bedeutet Totemismus eigentlich bleibt mir rätselhaft. Bis zu einem gewissen Grad kann ich einen Glauben nachvollziehen, der in allem einen Geist, eine spirituelle Essenz, sieht und als gleichwertig anerkennt. Solch ein Denken der Altvorderen setzt hohes Abstraktionsvermögen voraus, also ein Denken, das nicht einer rein materiellen Form verhaftet bleibt, was ja auch den homo sapiens sapiens auszeichnet und über das wir alle geistig verfügen. Aber anderes erschließt sich nicht mehr meiner Erfahrungswelt und wird darum immer auch anders sein?
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Re: Mythen und ihr Kern : Riesen

Beitragvon Sedocoinios » Fr 6. Dez 2013, 14:29

ja mehr als ein Versuch der Annäherung wird häufig nicht gelingen, hast du das Buch The Deities Are Many: A Polytheistic Theology von Jordan d. paper gelesen? Der kommt eigentlich aus der chinesischen Religion, nicht aus dem Neopaganismus aber er kritisiert z.B. ,daß verschiedene Begrifflichkeiten wie z.B. Animismus oder Totemismus eigentlich Konstrukte sind die in der Religionswissenschaft auch fast außer Gebrauch geraten sind da sie eigentlich wertlos sind.

Hab gerade "Der Papalagi" von Erich Scheurmann gelesen, der versucht durch einen fiktiven polynesischen Häuptling Kulturkritik zu üben, aber es kommt nur das Klischee des edlen Wilden dabei heraus...
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