Mythen und ihr Kern : Zwerge

Öffentlich einsehbar! Für unsere germanischen Freunde und ihren rekonstruierten Glauben. Schließlich waren Kelten und Germanen immerschon unzertrennlich.
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Mythen und ihr Kern : Zwerge

Beitragvon Werdandi » So 10. Nov 2013, 13:30

Ich habe eine sehr spannende Doku gesehen. Es ging dabei um die Entdeckung einer weiteren ,kleinen Menschenart auf Palau.
http://www.youtube.com/watch?v=od-aXeMiKvk

Den sogenannten "Hobbit" von der Insel Flores ist somit nicht der einzige "Zwerg"
Auch in Georgien wurden Schädel sehr kleiner Menschen gefunden, die wohl über 1 Mio Jahre alt sind.

http://www.neandertaler.onlinesoft.de/zwerge.php

Es geisterten wohl noch vor 200-300 Jahren Geschichten auf Flores von Zwergen im Urwald.

Nun, wenn aber an so unterschiedlichen Gebieten "Zwerge" gelebt haben, ist es doch möglich (ich spekuliere einfach mal), daß es auch in anderen Ecken der Welt so gewesen sein könnte.

Ebenso wie die Drachen-Sagen und die Sintflut-Geschichten, sind Zwerge auch allenthalben ein Thema fast überall auf der Erde.
Jede Mythe hat einen wahren Kern. Warum nicht auch die, um die Zwerge?
Mir erscheint es durchaus möglich, daß auch in Europa kleinwüchsige Menschen lebten, nein nicht kleinwüchsig, sondern eine kleine Menschenart.
Schaut man sich unter diesem Aspekt die Geschichten aus der Edda und auch andere Sagen an, dann leben Zwerge zumeist in Höhlen. Die Alben werden als dunkel und zum Teil häßlich beschrieben. Das könnte auf das ungewöhnliche Aussehen, die dicken Augenwülste, das fliehende Kinn zurück zu führen sein.

Vielleicht haben nach der letzten Eiszeit eben doch mehrere Menschenarten nebeneinander existiert, länger evtl. als man heute glauben mag.
Die "Kleinen" haben sich möglicher Weise in Höhlen zurück gezogen. Ich kann mir vorstellen, weil die "Großen" nicht immer so freundlich gegen sie gesinnt waren.
Nun, wenn ich unter diesem Aspekt die Alben betrachte, so ist es durchaus möglich, daß sie wirklich existierten. Ihr Nachhall hat sich dann möglicherweise, in den Sagen und Überlieferungen erhalten.

Anál nathrach, orth’ bháis’s bethad, do chél dénmha
das wyrd schon
Ich bewahre meinen Glauben, bis der Himmel auf mich fällt und mich zerschmettert, bis die Erde sich öffnet und mich verschlingt, bis das Meer über mir zusammenschlägt.
Erst wenn die Drachen wieder frei fliegen ist mein Tun in dieser Welt beendet. Dann kehre ich heim zu Dir um die Fäden des Schicksals neu zu weben.
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Re: Mythen und ihr Kern : Zwerge

Beitragvon Sucher » So 10. Nov 2013, 17:56

Ich bin seit langem davon überzeugt, dass die "Zwerge" aus unseren Sagen und Märchen eine seriöse Grundlage haben.
www.abnoba-bogenbau.de

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Re: Mythen und ihr Kern : Zwerge

Beitragvon Werdandi » So 10. Nov 2013, 18:05

;) .. ja, eben drum. Deshalb war es ja auch so interressant.

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Re: Mythen und ihr Kern : Zwerge

Beitragvon Freyja » Mo 11. Nov 2013, 11:36

Die germanischen Wörter für „Zwerg“ (althochdeutsch twerg, mittelhochdeutsch twerc / querh (Maskulin, Neutrum) zwerc, altsächsisch gidwerg (Neutrum), altnordisch dvergr, altenglisch dweorg, altfranzösisch dwerch, schwedisch dvärg, norwegisch dverg, dänisch dværg, niederländisch dwerg, englisch dwarf) weisen auf eine urgermanische Vorform *đwerʒaz hin.[2] Eine etymologische Anknüpfung ist aber unsicher. Vielleicht steht es im Zusammenhang mit dem Verb trügen („Trugwesen“), vgl. ahd. gidrog („Gespenst“), auch altind. dhvaras („dämonisches Wesen“)

Zwerge kommen in den Isländersagas und auch in der Edda vor. Sie wohnen unter den Bergen und Felsen sowie in Erdhöhlen, wie die skaldischen Kenningar aus dem 11. und 12. Jahrhundert und die Sagen des 13. und 14. Jahrhunderts berichten. Die Zwerge aus Sindris Geschlecht leben in einem goldenen Saal in Nidawellir, im Norden.

Dass man sich Zwerge ursprünglich als besonders klein vorstellte, ist nicht belegt; eher scheinen sie Formwandler zu sein, die auch in Gestalt von Tieren (Fischen, Ottern, vielleicht auch Hirschen) erscheinen können. So nimmt Fafnir der Bruder des Zwerges Regin, mit Hilfe des Schreckenshelms, die Gestalt eines Drachen an.

Mit Hilfe eines magischen Huts (Zwergenhut oder huliðshjálmr), manchmal auch durch einen Mantel, können sie sich unsichtbar machen (siehe: Tarnkappe).

Über den Ursprung der Zwerge gibt es in den eddischen Texten unterschiedliche abweichende Aussagen. In der Völuspá wird die Erschaffung der Zwerge aus dem Blut des Riesen Brimir und den Knochen des Riesen Bláinn im Rahmen der allgemeinen Kosmogonie dargestellt. In den Strophen 9 und 10 lautet dies:
Zum Richtstuhl gingen die Rater alle, heilige Götter, und hielten Rat, wer der Zwerge Schar schaffen sollte aus Brimirs Blut und Blains Knochen.
Modsognir ward der mächtigste da aller Zwerge, der zweite Durin;
die machten manche menschenähnlich, wie Durin es hieß, die Höhlenzwerge.
Snorri berichtet hingegen, dass die Zwerge Maden im Fleisch des Urriesen Ymir waren, die dann von den Göttern mit Verstand ausgestattet wurden. Er setzt sie mit einer Untergruppe der Alben, nämlich den Schwarzalben (svartálfar), gleich, also den Elfen zugehörig.
Und in der Völuspá gibt es in den Stophen 10 bis 16 eine Liste mit Zwegennamen.
(Quelle: Felix Genzmer - Die Edda; Jacob Grimm - Deutsche Mytologie; Rudolf Simek)
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Re: Mythen und ihr Kern : Zwerge

Beitragvon Werdandi » Mo 11. Nov 2013, 12:17

Das ist die mythische Erklärung der Zwerge... aber es gibt sie ja, augenscheinlich, WIRKLICH ! ;)
Kann ja sein, daß nach der letzten Eiszeit (oder während dessen), sich isoliert Menschengruppen quasi zu "Zwergen" entwickelt haben. Auf Grund Nahrungsmangel etc...

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Re: Mythen und ihr Kern : Zwerge

Beitragvon Vailos » Mo 11. Nov 2013, 12:18

Eine weitere Geschichte, wie es zu dem Bild und Mythos des Zwergen, der stets in Höhlen haust und Bergbau betreibt, kommt, stammt aus dem Mittelalter und hängt mit Venedig und dessen Glaskunst zusammen.

Für farbiges Glas benötigte man verschiedene Mineralien, die man vorwiegend in Mittel und Nordeuropa fand. Da man aber nicht offiziell diese Mineralien einkaufen wollte, weil dadurch Geheimnisse der venizianischen Glaskunst offenbart worden wären, schickte man Gruppen von kleinwüchsigen Menschen los.

Die dann oft etwas versteckt und für die Landbevölkerung sehr geheimnisvoll, auch stets in der Dämmerung eben diese Materialien förderten.

Dadurch verdichtete sich das Zwergenbild noch weiter, und findet ja auch in Märchen wie Schneewittchen seine Fortsetzung.
Die Sicht, die wir auf die Kelten haben, sagt mehr über uns aus, als über die Kelten selbst.


Ich bin glücklich. So einfach ist das.
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Re: Mythen und ihr Kern : Zwerge

Beitragvon Freyja » Mo 11. Nov 2013, 15:21

Es gab sie wirklich, wie Vailos schon schrieb. Die Zwerge oder Wichte (wie sie auch genannt wurden). Sie kamen wohl von Venedig über die Alpen nach Bayern. Dort gibt es etliche Sagen und manch Dorfbewohner erzählen, dass ihre Vorfahren sie als Geheimnisvoll beschrieben. Die Bevölkerung hatte Angst vor ihnen, denn man traute Ihnen auch zu, dass sie einen verzaubern konnten. Im Frühjahr sollen sie von Venedig gekommen sein und hoch oben über den Bergen nach Gold gesucht haben. Im Herbst, wenn sie genug Gold aus den Höhlen zusammen hatten, seien sie wieder nach Italien verschwunden. Nicht nur Gold war begehrt, sondern auch Erz und das berühmte Moranoglas. Es waren durchweg kleinwüchsige Menschen, die in Höhlen nach den Schätzen graben konnten. Woher wussten die Zwerge so genau, dass es dort die Schätze gab? Mit Sicherheit schürten die "Zwerge" ,die im Vergleich zu den Deutschen eher kleinwüchsigen italienischen Mineure, die Gerüchte von Zauberei und Hexenwerk. Für diese Zwerge war die Angst der Leute der beste Schutz für sich und ihre Ausbeute, denn das Bergbaurecht lag zur damaligen Zeit beim Landesfürsten und die Venezianer buddelten illegal. Um nochmal auf das Muranoglas zu kommen. Das Geheimnis dieses Glases wurde sehr gehütet, wer dahinter kam, wurde ermordet, Murano-Glas war damals kostbar wie Gold und dementsprechend konnten es sich nur Fürsten und Könige leisten. Rohstoffe wie Quarze, Mangan und Kobalt waren unbezahlbar, und auch nach diesen suchten venezianische Glasbläsermeister die Berge Bayerns ab. Denn wer das Geheimnis der Glasmacherei preisgab, den erwartete in Venedig die Todesstrafe. Die Glasmacher mit ihren "Zauberbüchlein" waren somit die gefährlichsten Venediger, die Morde, die an manchen Orten von den angeblichen Zwergen überliefert sind, gingen wohl auf deren Konto. Es gibt auch Sagen aus Venedig über die Zwerge und ihre Schätze.
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Re: Mythen und ihr Kern : Zwerge

Beitragvon Sedocoinios » Mo 11. Nov 2013, 17:18

Ich bin dagenen mythische Wesen zu sehr rationalisieren und historisieren zu wollen.

Wie Freya schrieb stellte man sich in der altnordischen Mythologie Zwerge ursprünglich wohl nicht als besonders Klein vor... sie sind gebeugt, hässlich, Bärtig, tragen Namen die mot Tod und Verbrennen zutun haben... all dies deutet auf soetwas wie "Alter" hin, und alte Leute sind eben eher klein. Ebenso sind die Zwerge Bergleute... Bergleute waren auch oft eher klein, oft schlecht ernährt und gebeugt durch die harte Arbeit, oft auch rst junge Kinder. Die kleine Gestalt der mythischen Zwerge lässt sich denke ich durch solche Verbindungen erklären.

Ein weiterer Aspekt ist der der Verwandlung, im Aber- und Hexenglauben können Seelen und Träumende Menschen sich sehr klein machen, die Gestalt von Tieren etc. annehmen... verbindet man Alben mit der Seele wird hier ein gemeinsames Motiv offenbar, das der wandernden und wandlungsfähigen Seelengestalt,

Ich würde die mythischen Zwerge in psychischen Abbildern suchen und keine vorzeitlichen Pygmäenstämme bemühen. Die sind einfach nicht gemeint!
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Re: Mythen und ihr Kern : Zwerge

Beitragvon Werdandi » Mo 11. Nov 2013, 21:17

Warum finden sich aber Zwerger dann auch in Gebieten, die keinen Bergbau betrieben? Florales als Beispiel ?

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Re: Mythen und ihr Kern : Zwerge

Beitragvon Sedocoinios » Di 12. Nov 2013, 18:18

Weil das Motiv gewandert sein kann oder aber kleine Wesen nicht unbedingt immer mit Erde und Bergbau zutun haben müssen?

IIRC sind die "keltischen Zwerge" allesamt eher Quell- und Wasserwesen... das war also eine andere Tradition kleiner Wesen. Interessant: Corro oder Corros war das altkeltische Wort für einen Zwerg. Die walisische Entsprechung ist das Wort corach, von dem sich das sagenhafte Volk der Coraniaid ableitet. Das walisische Wort Corryn ("Die Kleine") bezeichnet eine Spinne.
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