Artikel zu Nerthus

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Artikel zu Nerthus

Beitragvon Vanatrix » Fr 2. Aug 2013, 11:49

Ein Artikel über die germanische Erdgöttin, an dessen aktueller Version ich beteiligt war:

http://www.asentr.eu/g_nert.html

Wir haben uns darin bemüht, eine Kurzvorstellung auf zwei Seiten all jener Eigenschaften zu machen, durch die man einen Überblick gewinnen kann (auch wenn die Zitate wahrscheinlich etwas viel Platz einnehmen). Auch hier steht natürlich wieder der sprachliche Aspekt im Vordergrund, einschließlich einer möglichen Herleitung aus dem Keltischen (wobei ich denke dass die den meisten hier schon bekannt sein dürfte).

Inzwischen habe ich aber soviel Material zu dem Thema gesammelt, auch im interreligiösen Vergleich, dass ich das vielleicht noch zusätzlich ausarbeite.

Für Ergänzungen und weitere Impulse bin ich jederzeit dankbar.
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Re: Artikel zu Nerthus

Beitragvon Sedocoinios » Fr 2. Aug 2013, 22:52

Sehr guter Artikel! Danke...
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Re: Artikel zu Nerthus

Beitragvon Rabenvogel » Sa 3. Aug 2013, 07:20

So habe ihn jetzt mal durchgelesen. Wirklich sehr gut gemacht (soweit ich das als Laie einschätzen kann). Danke! :-)
Daheim in Schönbrunn im Kleinen Odenwald, zwischen Neckar und Kraichgau.

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Re: Artikel zu Nerthus

Beitragvon Werdandi » Sa 3. Aug 2013, 11:05

Ja, ganz guter Artikel.
Allerdingst steht heutigentags die "Verwandschaft "zwischen Njörd und Nerthus in Frage. Zeitlich passt das einfach nicht zueinander. Ebenso ist die rein weibliche Ausdeutung fraglich da Tacitus zwar von Terra matrem spricht, aber das dea für Göttin nicht dazustellt. Ebenso ist nach neuesten Erkenntnissen auch die Insel Rügen nicht mehr der Favorit. Diese Meinung vertritt auch der angesprochene Gardenstone.
Zum Herthasee auf ügen muss ich wohl nicht erst sagen,daß er ein Fake eines findigen Gastwirtes ist. Ursprünglich hieß der schwarzer See.
Im übrigen ist die wiedergegebene These des Künzl fraglich, daß der Kultwagen die Insel verließ und durch alle Lande gezogen wurde.
Wahrscheinlicher ,aus meiner Sicht, ist, daß die Verehrung auf der Insel stattfand und die Stämme sich dorthin begaben.

Anál nathrach, orth’ bháis’s bethad, do chél dénmha
das wyrd schon
Ich bewahre meinen Glauben, bis der Himmel auf mich fällt und mich zerschmettert, bis die Erde sich öffnet und mich verschlingt, bis das Meer über mir zusammenschlägt.
Erst wenn die Drachen wieder frei fliegen ist mein Tun in dieser Welt beendet. Dann kehre ich heim zu Dir um die Fäden des Schicksals neu zu weben.
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Re: Artikel zu Nerthus

Beitragvon Rabenvogel » Sa 3. Aug 2013, 11:34

Da merkt man das ich von den germanischen Göttern keine Ahnung habe. Aber ich hoffe Vanatrix nimmt Werdandis Kommentar als konstruktive Kritik! :-)
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Re: Artikel zu Nerthus

Beitragvon Werdandi » Sa 3. Aug 2013, 12:10

Das ist meine persönliche Sichtweise. Zu Nerthus gibt es ,im Grunde, nur diese wenigen Sätze bei Tacitus. ALLES ANDERE ist Spekulation, persönliches Empfinden und Wahrscheinlichkeitstheorie.

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Re: Artikel zu Nerthus

Beitragvon Vanatrix » So 4. Aug 2013, 12:52

Danke alle für die Kommentare.

Hi Werdandi,

Allerdingst steht heutigentags die "Verwandschaft "zwischen Njörd und Nerthus in Frage. Zeitlich passt das einfach nicht zueinander.

Genau das wird ja auch im zweiten Teil erwähnt. Ich persönlich halte die Verbindung von Nerthus & Njörd zwar für eine wundervolle, aber eher neuzeitlich konstruierte. Vom richtigen Namen her bin ich auch eher einer der Hertha-Befürworter, ich denke aber, dass eine falsche Wiedergabe nicht unbedingt auf Tacitus zurückgehen muss, sondern eher Verschreibern späterer Chronisten geschuldet sind. Und es gibt auch Deutungen, die eine doppelte Deutung zulassen, beispielsweise durch das "N" als Kontraktion einer Präposition oder eines Präfixes.

Ebenso ist die rein weibliche Ausdeutung fraglich da Tacitus zwar von Terra matrem spricht, aber das dea für Göttin nicht dazustellt.

Möglich, da ich eine mögliche Androgynität der Erdgöttin auch schon öfter gehört habe. Zum Beispiel wird Fjörgynn in der Edda auch einmal als "Vater" bezeichnet.

Im übrigen ist die wiedergegebene These des Künzl fraglich, daß der Kultwagen die Insel verließ und durch alle Lande gezogen wurde.
Wahrscheinlicher ,aus meiner Sicht, ist, daß die Verehrung auf der Insel stattfand und die Stämme sich dorthin begaben.

:? Öhm - ehrlich gesagt fällt mir erst jetzt auf dass das aus dem Text gar nicht so deutlich hervorgeht. Guter Gedanke. Das wäre verglichen mit den üblichen sakralen Versammlungen auch plausibler. Nur fehlt hier etwas das empirische Vergleichsmaterial, bei welchen Ereignissen in Europa ähnliche Prozessionen im weiteren Rahmen üblich waren. Nur klingt "Freudentage" und "zu den Stämmen gefahren" und Stätten, die extra geschmückt werden, schon eher nach einer größeren Unternehmung.
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Re: Artikel zu Nerthus

Beitragvon Vailos » So 4. Aug 2013, 16:13

Vanatrix hat geschrieben: Nur fehlt hier etwas das empirische Vergleichsmaterial, bei welchen Ereignissen in Europa ähnliche Prozessionen im weiteren Rahmen üblich waren. Nur klingt "Freudentage" und "zu den Stämmen gefahren" und Stätten, die extra geschmückt werden, schon eher nach einer größeren Unternehmung.


Professor Birkhahn beschreibt für die Kelten, dass Prozessionen sehr beliebt waren. Warum nicht auch bei den germanischen Stämmen? So exorbitant unterschieden sich die Kulturen nicht. Auch bei den Römern und Griechen sind aus der Antike religiöse Prozessionen bezeugt.
Die Sicht, die wir auf die Kelten haben, sagt mehr über uns aus, als über die Kelten selbst.


Ich bin glücklich. So einfach ist das.
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Re: Artikel zu Nerthus

Beitragvon Vanatrix » So 4. Aug 2013, 16:40

Hallo Vailos,

Es geht ja nicht darum wo Prozession "bezeugt" sind, sondern ob es bei stammesübergreifenden Kulten durchaus auch üblich war, dass eine solche Prozession gezielt überregional geführt wurde (bei den Amphiktyonie etwa?), oder generell nur auf das heilige Zentrum einer bestimmten Gottheit beschränkt waren.
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