Mal eine Frage

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Re: Mal eine Frage

Beitragvon Sucher » Mi 18. Jan 2017, 23:31

Ich finde es auch wichtig, dass wir unsere Lösung finden und weder eine amerikanische noch eine irische. Das Festlandkeltische liegt mir am Herzen.
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Re: Mal eine Frage

Beitragvon Vailos » Do 19. Jan 2017, 07:18

Ja, gut, natürlich ist ein Kopieren anderer Gruppen für unseren eigenen Weg nicht sinnvoll. Trotzdem haben wir ja auch von dort entscheidende Inspirationen erhalten, und es ist sicherlich nicht unrelevant, wie sie mit dem Grundthema, was uns verbindet, umgehen. Dass man nicht hergeht und einfach deren Weg kopiert, versteht sich von selbst und ich denke, das würde auch keiner wollen.

Trotzdem stellen sich bei unserem gemeinsamen Weg auch gleiche Fragen und Herausforderungen, und die Grundideen der Paganachd sind ja auch nicht über Bord geworfen.

Ich finde daher den Gedankengang von Mac sehr sympathisch und stimme ihm da auch zu. Und vielleicht entscheiden wir für UNSEREN Weg ja auch irgendwann, Schritte weiterzugehen. Man muss mal bedenken, dass unsere Richtung im deutschsprachigen Raum erst 10 Jahre alt ist. 10 intensive Jahre, wo wir etliche Entwicklungen und spannende Fragen für uns ganz brauchbar gelöst haben. Da muss man ja nicht stehenbleiben, und zwar ohne die eigentlichen Grundgedanken zu verwerfen.

Rekonstruktionismus ist im Grunde nur ein Wort, womit wir den Versuch einer Selbstbeschreibung unternommen haben. Aber a) leider oft missverständlich aufgefasst wird und b) diskussionswürdig, ob überhaupt so richtig.
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Re: Mal eine Frage

Beitragvon Mac » Do 19. Jan 2017, 09:59

Mein Gedankengang? Ich bitte dich, ich hab doch nur zu viel Phantasie. ;)
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Re: Mal eine Frage

Beitragvon Sedocoinios » Do 19. Jan 2017, 17:15

puh...

also ich habe "recon" nie als religion oder richtung aufgefasst sondern immer ersteinmal als technik und herangehensweise... rekonstruieren heisst für mich rekonstruieren in bezug auf den historischen kontext.nicht revival, nicht reenactment, und mit sicherheit auch nict "wiederherstellung"...

"(...)Beim Rekonstruieren ist es unabdingbar, sich an erhaltenen Fragmenten, Quellen oder auch nur Indizien zu orientieren. Aufgrund der Menge und Qualität der Annahmen hat eine Rekonstruktion immer .hypothetischen Charakter.(..)"

eben!

ein zurück ins jahr 50 v.chr wäre mir sehr unangenehm.


aber warun muss man denn eh immer irgendweche "richtungen" oder "traditionen" (den begriff finde ich schon bei gewissen anderen gerade 50-60 jahre jungen kulten peinlich) begründen?
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Re: Mal eine Frage

Beitragvon Sucher » Do 19. Jan 2017, 20:16

Na ja, mein Nickname kommt ja auch nicht von ungefähr....
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Re: Mal eine Frage

Beitragvon Mac » Do 19. Jan 2017, 21:36

Ich dachte du verlegst immer Dinge. ;) Nein, Scherz.

Wie gesagt: Will man ne Schublade haben ist sie eindeutig gekennzeichnet, wenn nicht ist das auch ok.
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Re: Mal eine Frage

Beitragvon Sedocoinios » Fr 20. Jan 2017, 05:48

vorchristlich, keltisch, alte religion, pagan sind begriffe mit denen ich mich anfreunden kan

...

celtoi ist ok, bezeichnet für mich aber keine religion sondern einfach die historischen kelten.
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Re: Mal eine Frage

Beitragvon Vailos » Fr 20. Jan 2017, 06:58

Sedocoinios hat geschrieben:aber warun muss man denn eh immer irgendweche "richtungen" oder "traditionen"


Ich mag sprachliche Klarheiten und finde sprachliche Definition seiner selbst nicht unwichtig. Es ist ja im Augenblick nicht nur im Neuheidentum Mode, Definitionen zu verwässern, und sei es nur in politischen Kreisen, aus Feigheit, Farbe zu bekennen, sich der eigentlich bewährten Strukturierung links/rechts zu verweigern. Alle wollen Mitte sein.
Im Heidentum ist das auch üblich, zum Beispiel mit dem Begriff Heide", wo dann jeder reinpackt, was ihm gerade so in den Sinn kommt und vor allem das "Heide" als Religion definiert wird. Dass Asatru, Wicca, Celtoi und was weiß ich alles schon ziemlich unterschiedliche heidnische Ansätze sind, geht bei dieser Herangehensweise völlig unter. (Und am Besten dann noch, wenn das Heide mit Dogmatismen wie "naturreligiös" gefüllt wird und damit wieder Ausschlusskriterien formuliert werden)

Natürlich - es kommt immer schnell und gerne das Argument der Schublade - dem ich aber nicht folgen kann. Es liegt ja an einem selbst, wie klein man die Schublade gestaltet. Ich jedenfalls fühle mich in der Celtoi-Schublade ganz wohl, weil sie eben genug Raum des eigenen Weges bietet. Und ich bin nunmal kein Wicca und auch kein Asatru oder Neudruide.

Ab wann dieser Punkt lächerlich wird, liegt ja am Umgehen mit einer "Schublade".

Was auch Traditionen betrifft. Ich sehe das recht locker, und ja, Wiederkehrendes, Strukturiertes kann man durchaus als kleine Traditionen bezeichnen. Lächerlich wird es nur dann, wenn man mit dem Begriff Traditionen etwas Größeres suggeriert, als es ist und sich damit einen Status anzueignen versucht, der tatsächlich nicht gegeben ist. Ich mag unsere kleinen Traditiönchen, schon alleine deshalb, weil es sich nicht um zementierte Tempel des Starrsinns handelt, sondern durchaus veränderbar.

Sedocoinios hat geschrieben:vorchristlich, keltisch, alte religion, pagan sind begriffe mit denen ich mich anfreunden kan


Nur meine Meinung - ich komme mit "alter Religion" oder "vorchristlich" persönlich überhaupt nicht klar. Ich empfinde meine Spiritualität nicht als alt, und will auch überhaupt nicht zu irgendetwas "Altem" zurück, sondern das "Alte", sprich also Grundideen auf meine Weise im Heute leben. Und mich persönlich inspiriert auch das Heidnische, welches sich paralell im Christentum bewahrt hat sehr stark. (Jenseits von Storl und Grimms).


Insgesamt, ich hatte ja auch für mich lange überlegt, und bin einfach für die Beschreibung meines Herangehens sehr pragmatisch herangegangen: mich inspiriert das Festlandkeltische, also das Gallische, ich bin ein Vielgötterer - also gallischer Polytheist. Und dieser Begriff beinhaltet genauso den rekonstruierenden Aspekt wie Rekon - bei dessen Wortungetümlichkeit ich immer das Problem habe, klarzustellen, dass ich kein Reenactor oder jemand, der Kelte "spielt", bin.
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Re: Mal eine Frage

Beitragvon Sedocoinios » Fr 20. Jan 2017, 08:56

Ok. Das ist bei mir halt völlig anders...

bei mir wars tatsächlich so ,daß sagen wir "Christentum" bei mir aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zu funktionieren oder der Begriff nicht mehr zu passen schien und da hab ich geschaut was "vorher" da war... und das waren halt Römer, Germanen und Kelten, wobei der besondere Reiz für mich durchaus genau der ist mich damit zu befassen was Menschen die in genau der Region wo ich heute lebe einmal gelebt haben geglaubt haben und wo und wie sie "das göttliche" gesehen oder erkannt haben. Also bei mir passt "Alte Religion" oder "vorchristlich" ganz gut, "naturreligiös" oder "ethnische Religion" - damit hab ich eher probleme... gerade Ethnizität ist mir eigentlich völlig schnuppes und "Natur" ist mir meist einfach zu eng gefasst, "Kulturreligion" find ich angenehmer. Aber okay...
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Re: Mal eine Frage

Beitragvon Mac » Fr 20. Jan 2017, 10:21

Ich bin in meiner Schublade auch recht zufrieden, Vailos. Als Fachidiot oder "Ich hab den Scheiß studiert, Mann!"-Friggel bin ich ganz gut beschrieben. ^^
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