Heidnisches aus der Bretagne

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Heidnisches aus der Bretagne

Beitragvon Vailos » So 13. Sep 2015, 11:13

Gut, sicher kein CR. Dennoch lebt auch in der Bretagne das Nischerl Heidentum, und äussert sich in kleinen Hinterlassenschaften an alten Monumenten der Megalithkultur. Hinterlassenschaften, die uns nur zu vertraut erscheinen:

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Diese Eiche mit den Wunschbändern steht vor dem Cairn von Barnenez. Einer ca 6500 Jahre alten Hügelgrabanlage (also älter als die Pyramiden). Diese wird gerade erforscht, nachdem sie in den 50er Jahren im letzten Moment davor bewahrt wurde, als Steinbruch zu enden. Einige Felsritzungen hat man gefunden, waren aber nicht öffentlich zugänglich.

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Mehr findet man am Menhir von Kam-Louis:

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Ein Altar vor dem Menhir (?)

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Dieser Pfeil wurde auf der Westseite gelegt, die Spitze zeigt auf den östlich liegenden Menhir. Über die Bedeutung wissen wir leider nichts.

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Sämtliche Steine um den Menhir sind voll mit kleineren Steinen belegt. Ob das jetzt im direkten heidnischen Zusammenhang steht, oder einfach von jedem vorbeikommenden Wanderer ein Zeichen gesetzt wird, ist nicht klar - aber eher wahrscheinlich. Dennoch eine schöne rituelle Wertschätzung.

Der Menhir von Kamlouis ist ja bereits auf dem Bild mit dem Pfeil und in unserer Taverne zu sehen. Beim Betrachten und Begehen dieses und eines weiteren Menhirs ist mir aufgefallen, dass sie ziemlich exakt nach der Himmelsrichtung ausgerichtet sind. Am besten sieht man das am Menhiren von Kam-Louis. Er ist im Grundriss leich dreieckig, die Spitze zeigt genau auf einen Felsen weiter weg. Steht man nun in der Mittagssonne vor dem Stein, ergibt sich eine Nord-Südachse, die Spitze zeigt nacht norden. Die Einbuchtungen (vermutlich natürlich, keine Berabeitungsspuren erkennbar) richten sich nach Osten - genau wie der Pfeil auf dem Bild.

Viel wird man von diesen Menhiren leider nach 6000 Jahren nicht mehr erfahren - welche Rolle sie in Kultpraktiken oder religiösen Vorstellungen spielten. Definitiv haben sie aber (wie Stonehenge u. A.) etwas mit Himmelsrichtungen und daher auch vermutlich mit kalendarischen Dingen zu tun.
Die Sicht, die wir auf die Kelten haben, sagt mehr über uns aus, als über die Kelten selbst.


Ich bin glücklich. So einfach ist das.
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