Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

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Re: Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

Beitragvon Sucher » Mi 10. Jun 2015, 20:35

Im Süddeutschen-/Südwestdeutschen/Voralpenraum haben wir ja auch die drei Bethen: Borbeth, Ambeth und Wilbeth. Dazu passt die Trinität der Frauen ebenfalls.
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Re: Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

Beitragvon Sedocoinios » Do 11. Jun 2015, 12:41

Ja genau... die Hindus haben sogar etwas ähnliches, die Matrikas...

bevor wir uns zwischen zwei Daten entscheiden müssen nehmen wir lieber direkt drei oder?
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Re: Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

Beitragvon Sucher » Do 11. Jun 2015, 12:49

Ich weiß, dass ich es jetzt nicht gerade einfacher mache. :ka:

Aber für die Sache mit den drei Bethen, der Percht usw. usf. habe ich die Zeit um den 6. Januar herum im Gedächtnis. Ist da nicht auch die Wilde Jagd zu Ende? Also hier unten bei uns.
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Re: Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

Beitragvon Sirona » Do 11. Jun 2015, 14:36

Die Matres an drei Tagen zu feiern finde ich sinnig ebenso den Gedanken an hiesigem Brauchtum vllt anzuknüpfen.

Mir fällt dazu noch der Brauch des "Frauendreißiger" ein, beginnend am 15. August bis 8. oder 13. September. Im ländlichen Raum bes. in Bayern werden in dieser Zeit Kräuterbuschen gebunden und geweiht. Der 15. August ist im Saarland und in Bayern auch noch Feiertag = Maria Himmelfahrt = vllt auch als (jungfräuliche) Himmelskönigin?

Das Datum der hl. Notburga, die u.a. in Südtirol als christliche Heilige verehrt wird, oft in enger Beziehung mit den 3 Bethen, bietet sich ebenfalls an. Notburga wird als Bauernmädchen mit Sichel, Ährengarbe und Broten dargestellt. Die Legende ist beeindruckend wenn man sie nicht nur mit christlichen Augen liest vorallem das "Sichelwunder" hat eine auffällige kosmische (Sonnen-?) Symbolik. Sie wird auch als eine der Nothelferinnen angesprochen. Das wissen wir auch von den Matres/Matronen.

Erni Kutter bringt Notburga in ihrem Buch, der Kult der drei Jungfrauen, auch in Beziehung zur griechischen Getreidegöttin Ceres-Demeter. Ich finde das interessant in Bezug auf die irische Inghean Bhuidhe und die mögliche Bedeutung ihres Namens (blondes Mädchen = Ährengabe? Sonnensymbolik?). Also wenn man jetzt ein bissel herumfabulieren würde...
http://de.wikipedia.org/wiki/Notburga_von_Rattenberg

Eines dieser Daten würde ich darum ebenfalls passend finden.
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Re: Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

Beitragvon Sucher » Do 11. Jun 2015, 14:52

Zu Maria Himmelfahrt werden auch im Nemetergebiet in den christlichen Kirchen Kräutersträuße geweiht.
Diese Sträuße heißen hier "Werzwisch". Übersetzt etwa Würz-Wedel". Diese Werzwisch bestehen i.d.R. aus 25 Kräutern.
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Re: Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

Beitragvon Vailos » So 30. Okt 2016, 20:03

Wiederaufnahme des Themas

Dieses Thema war eines von etlichen Gesprächen am diesjährigen Samonioswochenende. Um die Frage des Threadtitels im Voraus zu beantworten - der Tenor, dass eine ausgeschriebene, vor allem vorzeigbare und auch für Aussenstehende nachvollziehbare Auflistung dessen, was Celtoi so feiern, recht sinnvoll wäre.

Im Groben herrscht eigentlich bei allen die Auffassung, dass eine solche Fettagsaufstellung sich an unserer heutigen Lebenssituation orientieren sollte, der zwar keltische Inspirationen aufnimmt, aber sich dennoch an unserem heutigen Leben orientiert. Das heisst konkret: Grundlage unserer Festtagsaufstellung ist der heutige, gültige gregorianische Kalender. In eine solche Austellung sollte auch nicht unbedingt rein, was wir uns zu feiern wünschen, sondern das, was wir auch tatsächlich feiern.

Die grundlegende Rekonstruktion des Coligny-Kalenders ist zwar eine spannende Geschichte - nur für unser heutiges Leben kaum praktikabel und sinnvoll.

Weiterhin sollte sich überlegt werden, inwiefern wir unserem eigenen Anspruch, nämlich eines rekonstruktionistischen Ansatz des vorwiegend FESTLANDKELTISCHEN, anstelle des uns etwas ferneren INSELKELTISCHEN Genüge tun möchten.

Zur Zeit ist der Stand so: Wir pflegen den aus dem alten Neodruidischen entstandenen Viererjahreskreis mit gälischen Begriffen, versuchen diese teilweise in gallische Begriffe umzuwandeln. Das ist auch nicht verkehrt, wir kommen prima damit klar und fühlen uns darin zuhause. Es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund, daran etwas prinzipiell zu ändern. Es wäre nur wünschenswert, wenn wir den mal ein bisschen ausarbeiten, vielleicht mal schauen, ob es nicht sogar regionale Traditionen vorhanden sind, die man aufnehmen könnte (Stichwort Ähnlichkeit von Imbolc mit dem Fest von Maus und Motte), uns vielleicht noch einmal über die Bezeichnungen ansich unterhalten (Torc hat schwere Einwände bei unserer Bezeichnung "Samonios"). Auch wäre es schön, wenn wir ihn weiter ergänzen könnten um Feste, die nicht überall, sondern vielleicht nur regional gefeiert werden (vielleicht feiert ja jemand am 18.12. das Fest der Epona, oder es besteht der Wunsch, auch wenn es gallisch/keltisch nicht belegbar ist, Mittwinter bzw die Thomasnacht am 21.12. aufzunehmen).

Samonios hat im Verlauf der vergangenen Diskussion darauf hingewiesen, dass er sich die Mühe gemacht hat, und einen modernen Kalender erstellt. Den füge ich als Datei noch einmal bei.
Als strukturelle Grundlage finde ich das gut. Ich würde, wenn wir einen Jahreskreis für uns aufstellen, ihn nur dahingehend verändern, dass Feste aufgezählt werden, die uns tatsächlich betreffen.

Deswegen in Stichworten:
Die Aufstellung sollte
- ein gelebter Kalender sein
- sich an dem gregorianischen Kalender ausrichten
- den Viererjahreskreis als Grundlage haben
- die Grundstruktur des gallischen Kalenders, nämlich die Halbjahresaufteilung Matos/Anmatos berücksichtigen (auch schon vor dem Hintergrund, dass das keine Eigenheit nur der Kelten, sondern eine grundlegende bäuerliche Struktur auch unserer Breiten bis in die Neuzeit war)
- keine Festlegung der konkreten religiösen Praxis, sondern lediglich die Erläuterung der grundlegenden Idee dahinter sein
- Dynamisch und erweiterbar
- niemals das Attribut „keltisch“, sondern „Celtoi“ tragen

Das erst einmal als Diskussionsgrundlage.

Grundsätzlich: Es geht jetzt hier nicht darum, irgendetwas über Bord zu werfen oder viel zu große Ideen aufzubauschen, denen wir niemals gerecht werden können. Es geht darum, etwas auszuführen, in dem wir tatsächlich gemeinsam leben, uns wohl und zu Hause fühlen.

Weil es einfach alle betrifft und es, ums mit Suchers Worten zu beschreiben, es keinen gesteigerten Unterhaltungswert besitzt, wenn da ein paar etwas zusammenschreiben und die schweigende Mehrheit überhaupt nichts damit anfangen kann - wäre es gut, wenn möglichst viele ihre Meinung dazu äussern.

Was meint ihr, was fühlt ihr, was denkt ihr?
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Re: Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

Beitragvon Sucher » So 30. Okt 2016, 22:22

Kannst Du bitte die Datei mit dem Entwurf von Saminios noch liefern?
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Re: Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

Beitragvon Mac » So 30. Okt 2016, 22:57

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Re: Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

Beitragvon Vailos » Mo 31. Okt 2016, 06:48

Sucher hat geschrieben:Kannst Du bitte die Datei mit dem Entwurf von Saminios noch liefern?


Ups.

Bitte unten schauen, habs nachgeholt.

@ Mac

Sis kutt bie interesting. Wutt ju plis so kind and put it as a Dateinanhang in se nekst post? :D

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Re: Wollen/Brauchen wir einen Kalender mit unseren Festen?

Beitragvon Mac » Mo 31. Okt 2016, 10:01

Vailos hat geschrieben:@ Mac

Sis kutt bie interesting. Wutt ju plis so kind and put it as a Dateinanhang in se nekst post? :D

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Samma... wie soll ich MICH in den Anhang packen!? :help:
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