Die Celtoitugenden

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Re: Die Celtoitugenden

Beitragvon Sedocoinios » Fr 1. Jul 2016, 01:29

Das Leben ist kompliziert...

Ich sympathisiere z.B. seit laaaanger Zeit mit gewissen Ausprägungen der politischen Linken, gerade deshalb kotzen mich gerade diese oft auch besonders an. Ich stelle den Menschen ins Zentrum meines Denkens... versuche Humanist und aufgeklärt zu sein. Keep it simple, die Welt ist so kompliziert dass ich sie mir nicht noch schwerer machen möchte...
"Ich will Zwietracht sähen zwischen den Königen, den Anführern, den tugendhaften Helden und den freien Bauern bis sie sich gegenseitig töten Mann für Mann wenn sie nicht mit mir kommen um mein Fest zu teilen."
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Re: Die Celtoitugenden

Beitragvon Vailos » So 3. Jul 2016, 09:39

Sucherkind hat geschrieben:Ist doch egal, aber könnt ihr euch nicht einfach mal anständig verhalten???


Ja. *seufz* Vollkommen richtig. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass du, ich und wir alle hier unter anständig dasselbe verstehen. Das Blöde ist nur - das tut nicht jeder. Leute zum Beispiel, die sich vor Flüchtlingsheime stellen und gegen Menschen plärren, empfinden sich selbst auch als hochanständig. Mich würden sie als absolut unanständig empfinden, weil ich deren Vorstellung von Miteinander, "deutscher" Kultur und gesellschaftliche Werte absolut nicht teile.

Also ist man genötigt, zu erklären, was wir denn so unter anständig verstehen. Und das wird ziemlich ausufernd.

Sucherkind hat geschrieben:10 Gebote... Ende der Bibel. Keine Ahnung.
Die Celtoi-Tugenden sind eigentlich das, was uns in diesem Chaos einordnen sollte, weshalb es wichtig ist, dass sie auch auf jeden Celtos und jede Celta zutreffen. Aber vielleicht sind sie jetzt gerade wichtiger denn je...


Ich bin auch unbedingt dafür, dass wir unsere Grundeinstellungen ausformulieren solten. Allerdings nicht in der Form von "Du sollst" Tugenden. Ich hänge ja schon sehr lange an dem Thema, und es fällt zum Beispiel auf, dass es bei den Kelten und germanen solche Tugenden überhaupt nicht gibt. Die haben das anders gelöst, und zwar in einer Form, die ich sehr ansprechend finde.

Interessant, dass sie damit auch auf einer sehr Jetztzeitlichen Linie, nämlich mit der Aufklärung und dem Humanismus liegen - die solche von Göttern oder sakralen Gesellschaften formulieren "du sollst" Tugenden strikt ablehnen und darin eine Ursache von wenig zielführendem Moralismus sehen. Sie pochen auf Eigenverantwortlichkeit statt Moral.

Das ist ein Standpunkt, der mir persönlich sehr liegt. Und der den Grundgedanken des freien Willens sehr gut aufgreift.
Die Sicht, die wir auf die Kelten haben, sagt mehr über uns aus, als über die Kelten selbst.


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Re: Die Celtoitugenden

Beitragvon Sedocoinios » So 3. Jul 2016, 21:04

Das mit dem Humanismus würde ich SO auf keinen Fall bejahen...

das neue und wichtige am Humanismus war ja gerade daß Vorstellungen von Bildung, Freiheit und letztendlich auch Bürgertum im Sinne der bürgerlichen Revolution erstmals als universelle Menschenrechte aufgefasst wurden. Diese hatten antike Vorbilde bei den alten Hellenen, dort galten sie aber ausschließlich für den freien griechischen Mann mit Bildung der Bürger der Polis war. Auch an der Aufklärung z.B. gibt es Dinge zu kritisieren die zumindest teilweise schon wieder rückschrittlich waren z.B. gab es vorher - in der Zeit als die vielverchriene katholische Kirche noch mehr Einfluss hatte ein Bildungsideal für Frauen der höheren Schichten... womit es viele Humanisten und Aufklärer es auf einmal überhaupt nicht mehr hatten...
hörenswert finde ich: http://audioarchiv.blogsport.de/2014/12 ... fklaerung/

Auch bei den mittelalterlichen Iren gibt es da finsteres... ein "guter König" sollte z.B. auch ein guter Plünderer sein.Das ist nicht humanistisch.

Aber natürlich kann man auch gute Punkte und verwertbares finden wenn man danach sucht... wenn man allerdings z.B. einen universalistischen Anspruch hat, den die eher Klassen oder "Kasten" orientierten antiken und frühmittelalterliches Stammes- nd Clanwesen so eben leider noch nicht hatten.
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Re: Die Celtoitugenden

Beitragvon Vailos » Mo 4. Jul 2016, 04:13

Ja, es gut, dass du das noch mal etwas korrigierst. ich habe mich schluderig ausgedrückt - im heutigen Sinne humanistisch waren antike/mittelalterliche Gesellschaften mit Sicherheit nicht.

Mir ging es tatsächlich um diesen einen Punkt, wo es Paralellen gibt.
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Re: Die Celtoitugenden

Beitragvon Mc Claudia » So 31. Jul 2016, 13:07

Slania,

also ich schließe mich Samonios und so an. Bin ethisch gesehen auch Humanistin und nebenbei steh ich noch auf andere Philosophien, wie den kritischen Rationalismus, Epikureismus, ein bisschen Stoa, Utilitarismus und so.

Was CR betrifft, wende ich mich von den 9 Tugenden, die man offenbar von den Asatru-Gruppen ein bisserl abgeguckt hat, ab und hab mir einfach die älteste Quelle angeguckt und zu meiner CR-Grundsatz-Moral gemacht - praktisch, weil man sie auch aus jeder politischen Richtung nutzen kann. Nicht dass ich auf rechte Leute steh, aber Religion an sich ist ja im Grunde ziemlich unpolitisch, wird erst dann politisch, wenn sich die Gruppen entscheiden, eher zum einen oder zum anderen zu stehen. (Gibt ja auch rechte und linke Christen, Muslime, Juden, Hindus .....).

Ich stehe also zur Triade, die Diogenes Laertios im 3. Jhdt. n. Chr. in seinem Philosophie-Lexikon notiert hat:
Die Druiden philosophieren in dunklen Worten, man solle
die Gottheiten ehren,
nichts Böses tun
und sich in Tapferkeit üben.

Fertig. Mehr brauch ich nicht als religiöse Moral-Aussage.

Praktisch ist dabei, dass jeder selbst entscheiden kann, wie man die Gottheiten verehrt, was eigentlich das Böse ist (für mich sind es die Menschenrechts-Zerstörer), und was eigentlich tapfer ist (für mich Zivilcourage).

Soweit mein kleiner Senft.

Schöne heiße Tage noch! ;)
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Re: Die Celtoitugenden

Beitragvon Sucher » Mi 3. Aug 2016, 10:53

Mc Claudia hat geschrieben:,

Soweit mein kleiner Senft.


Nicht schlecht, Dein Senft. ;)
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